Serbien: Balkanroute «praktisch geschlossen»

Slowenien hat wie seine südlichen Nachbarn Kroatien und Serbien erklärt, die Balkanroute für Flüchtlinge sei heute an geschlossen. Über diesen Weg waren im letzten Jahr mehr als eine Million Migranten von der Türkei nach Westeuropa gelangt.

Serbien: Balkanroute «praktisch geschlossen»
Marijan Murat Serbien: Balkanroute «praktisch geschlossen»

Sloweniens Regierung kündigte an, wieder streng die Schengen-Regeln anzuwenden und nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa einreisen zu lassen. Die Polizei in den anderen Ländern der Balkanroute sei von der Maßnahme unterrichtet worden, teilte die Regierung weiter mit. Innenministerin Vesna Györkös Žnidar habe die Entscheidung mit ihren Kollegen in Wien und Zagreb diskutiert. Slowenien werde in Zukunft pro Monat 40 bis 50 Menschen Asyl gewähren, zitierte das nationale slowenische Radio Regierungschef Miro Cerar.

Serbien als weiter südlicher Anrainer reagierte in gleicher Weise wie Slowenien. Es werde die neuen Regelungen ebenso an seiner Grenze zu Mazedonien und Bulgarien anwenden, teilte das serbische Innenministerium mit. «Damit wird die Balkanroute praktisch geschlossen», zitierten serbische Medien eine entsprechende Erklärung des Ministeriums. Die serbische Regierung schrieb auf ihrer Internetseite: «Serbien kann es sich nicht leisten, eine Sammelstelle für Flüchtlinge zu werden».

Slowenien kritisierte Griechenland, es erfülle in der Flüchtlingskrise seine Verpflichtungen nicht. Griechenland klage im Moment über 25.000 Flüchtlinge, während sein Land mit einem Fünftel der Einwohner im vergangenen Herbst am Tag bis zu 12.000 Menschen aufgenommen habe, sagte der slowenische Regierungschef Miro Cerar am Dienstagabend dem Fernsehsender RTV Slovenija: «Griechenland steht nicht unter solchem Druck und es versagte bei der Einlösung seiner Versprechungen.»