Sieg für Trump und Niederlage für Clinton in Indiana

Der Weg für Donald Trump als Kandidat der Republikaner für die US-Präsidentenwahl im November ist so gut wie frei.

Sieg für Trump und Niederlage für Clinton in Indiana
Justin Lane Sieg für Trump und Niederlage für Clinton in Indiana

Der Immobilienmogul siegte bei der Vorwahl im Bundesstaat Indiana haushoch und brachte seinen einzigen noch ernsthaften Rivalen Ted Cruz dazu, sich aus dem Rennen zurückzuziehen.

Bei den Demokraten unterlag Hillary Clinton in Indiana gegen Bernie Sanders. Sie liegt aber bei der Zahl der Delegiertenstimmen immer noch weit in Führung.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus schrieb in der Nacht zum Mittwoch auf Twitter, Trump sei der «anzunehmende Kandidat» für die Präsidentenwahl. Er rief seine Partei zur Einheit auf: «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen.»

Trump sagte an die Adresse von Clinton: «Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen.» Clintons Wahlkampfmanager erklärte: «Trump hat gezeigt, dass er zu spaltend ist und nicht das Temperament besitzt, unsere Nation und die freie Welt zu führen. Mit so viel auf dem Spiel, ist er ein zu großes Risiko.»

Für die beispiellose Kandidatensuche der Republikaner galt Indiana als ein Scheidepunkt. Ted Cruz, Senator von Texas, hätte die Wahl unbedingt gewinnen müssen, um noch eine echte Chance zu haben, Trump als Kandidaten zu verhindern. Cruz landete aber bei nur etwa 37 Prozent, fast 17 Punkte hinter Trump, und erklärte seinen Wahlkampf für beendet: «Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Weg gewählt.»

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun ohne große Mühe in den verbleibenden Vorwahlentscheidungen seiner Partei die entscheidende Mehrheit von 1237 Delegierten der Republikaner sichern. In Indiana holte er nach den vorliegenden Zahlen alle Delegierten und liegt nun bei deutlich mehr als 1000. Gewählt wird unter anderem noch in New Jersey, West Virginia und in Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt.

Das Establishment der Republikaner und auch diverse Parteigremien stehen zwar vielen Umfragen zufolge nicht hinter Trump. Sie konnten sich bislang aber auf keinen wirksamen Plan einigen, ihn aufzuhalten.

John Kasich, Gouverneur von Ohio, holte in Indiana als letzter noch verbleibender Trump-Konkurrent im Rennen nur etwa rund 8 Prozent. Er dürfte zwar kaum noch eine Rolle spielen, will aber weitermachen. Er setze darauf, die Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner im Juli per Kampfabstimmung zu gewinnen, erklärte Kasichs Chefstratege.

Die frühere Außenministerin Clinton verlor auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten in Indiana entgegen aller Umfragen mit etwa fünf Prozentpunkten Abstand auf Sanders. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das aber wenig Einfluss, weil die Delegierten in Indiana anteilig nach Stimmen vergeben werden. Die frühere First Lady liegt weiter viele hundert Delegierte vor Sanders.

Ihr Abschneiden macht aber einmal mehr deutlich, dass auch viele Anhänger der Demokraten sie nicht als überzeugende Kandidatin sehen. Clinton gilt vielen als zu etablierte Politikerin mit zu wenigen neuen Ideen.

Anders Sanders: Auch in Indiana schnitt ihr Rivale, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, besonders gut bei jungen Wählern ab. «Das zeigt, dass unsere Ideen für die Zukunft Amerikas und für die Zukunft der demokratischen Partei stehen», sagte er am Abend. Der Senator von Vermont will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.

Vor der Wahl in Indiana hatten Trump und Clinton ihren Blick bereits über den Staat hinaus gerichtet. Beide stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf um das Weiße Haus ein. Und beide bereiten sich bereits mit internen Strategen und externen Beratern auf ein Duell vor.