Siemens-Aktionäre fordern mehr Tempo beim Umbau

 Nach einem schwierigen Start ins Geschäftsjahr hat Siemens-Chef Joe Kaeser zur Hauptversammlung deutliche Aktionärskritik einstecken müssen.

Der Konzernumbau geht vielen Anlegern zu langsam. «Wie viele Übergangsjahre wollen Sie uns noch zumuten, Herr Kaeser», sagte Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment. Siemens sei in den letzten Jahren hinter die Wettbewerber zurückgefallen und habe auch die Technologie- und Innovationsführerschaft in weiten Teilen verloren. «Ein Weiter so darf es nicht geben, wenn man nicht noch mehr an Boden verlieren will.»

Für Kritik sorgt auch die milliardenschwere Übernahme des US-Industriezulieferers Dresser-Rand. Wegen des Ölpreisverfalls bemängeln Investoren schon länger ein schlechtes Timing und einen zu hohen Kaufpreis für den Kompressorenhersteller.

Mit der Akquisition habe Kaeser viel Kredit verspielt, sagte Henning Gebhardt von Deutsche Asset & Wealth Management. «Auch wenn es für eine Beurteilung heute natürlich zu früh ist, so erscheint der Einstieg in Öl & Gas erst einmal misslungen.»