Siemens erhält Auftrag für Offshore-Windturbinen

Siemens rüstet zwei große Windparks in der Nordsee aus und liefert dafür knapp 100 Windanlagen mit jeweils 6 Megawatt Leistung.

Insgesamt kommen die beiden Parks Gode Wind 1 und 2 des dänischen Versorgers Dong Energy vor der Insel Juist auf 582 Megawatt, wie der Konzern am Montag mitteilte. Damit könnten rund 600 000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Neben dem Bau der Anlagen mit 154 Metern Rotordurchmesser übernimmt der Konzern auch für fünf Jahre den Service. Einen Wert für den Auftrag teilte Siemens nicht mit. Allerdings hatte Dong Energy am Montag Investitionen von rund 2,2 Milliarden Euro angekündigt. Etwa die Hälfte davon dürften auf den Siemens-Auftrag entfallen, hieß es in Branchenkreisen. In der zweiten Jahreshälfte 2016 sollen die Windparks in Betrieb gehen.

In den vergangenen Monaten hatten sich Meldungen von Investoren gehäuft, die geplante Windenergieprojekte in der deutschen Nordsee zumindest vorübergehend auf Eis legen. Politische Unsicherheiten über die weiteren Schritte bei der Energiewende und Probleme mit der Netzanbindung wurden als Gründe genannt.

So stellte der Oldenburger Energieversorger zwar seinen Windpark Riffgat mit 108 MW Leistung fertig. Ans Netz gehen können die Anlagen aber erst im nächsten Jahr, weil das Unternehmen Tennet noch an der Leitung zum Festland arbeitet. EWE kündigte an, künftig erstmal in Windenergieanlagen an Land statt in Offshore-Windparks zu investieren. Mehrere Unternehmen, die Teile für die Offshore-Industrie herstellten, mussten wegen fehlender Aufträge ihren Betrieb einstellen.

In der deutschen Nordsee sind bisher nur das Testfels alpha Ventus und Bard Offshore 1 mit je 60 MW Leistung in Betrieb. In der Planung und zum Teil schon genehmigt sind zahlreiche Projekte. Bei den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD in Berlin hat sich die Arbeitsgruppe Energie gerade darauf geeinigt, die Ausbauziele für Windparks in Nord- und Ostsee bis zum Jahr 2020 von 10 000 auf 6 500 Megawatt zu senken. Bis 2030 sind nur noch 15 000 statt 25 000 MW geplant.