Sinkende Energiepreise drücken Inflation in Deutschland

Sinkende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im zweiten Monat in Folge gedrückt. Im Juli lagen die Verbraucherpreise nur noch um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das gab das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen bekannt.

Sinkende Energiepreise drücken Inflation in Deutschland
Arno Burgi Sinkende Energiepreise drücken Inflation in Deutschland

Im Mai hatte die Inflationsrate nach vier Anstiegen in Folge noch bei 0,7 Prozent gelegen. Im Juni war die jährliche Teuerungsrate dann erstmals seit Januar wieder gesunken - auf 0,3 Prozent. Von Juni auf Juli 2015 erhöhten sich die Verbraucherpreise nun um 0,2 Prozent. Im Sommer ziehen üblicherweise unter anderem die Preise für Pauschalreisen an.

Die Energiepreise lagen im Juli laut Bundesamt um 6,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das ist in der Regel gut für Verbraucher: Sie können tendenziell günstiger tanken und heizen. Nahrungsmittel verteuerten sich in dem Monat nur leicht um 0,4 Prozent. Details zu den Juli-Zahlen will das Bundesamt am 13. August veröffentlichen.

Währungshütern macht das niedrige Preisniveau Sorgen. Seit Monaten liegt die Inflation deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig Teuerungsraten von knapp unter 2,0 Prozent anstrebt. Die Notenbank erwartet, dass die Inflation im Euroraum in den nächsten Monaten weiter niedrig bleiben und erst zum Jahresende hin allmählich anziehen wird.

Um den Preisauftrieb anzuheizen, pumpt die EZB seit März über ein Anleihen-Kaufprogramm Milliarden billiges Zentralbankgeld ins Finanzsystem. Bis September 2016 sollen auf diesem Weg gut eine Billion Euro in Umlauf gebracht werden. Das Kalkül von EZB-Präsident Mario Draghi: Das frische Geld soll über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern ankommen und so Investitionen und Konsum anschieben. Das könnte die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anheizen.