Skandal in Montenegro: Mutmaßlicher Täter gibt Wurf zu

Der mutmaßliche Werfer des Feuerwerkskörpers beim Skandalspiel von Podgorica hat seine Tat Medienberichten zufolge zugegeben. Der 25-Jährige war zuvor auf Videoaufzeichnungen eindeutig als Täter identifiziert worden.

Skandal in Montenegro: Mutmaßlicher Täter gibt Wurf zu
Krasilnikov Stanislav Skandal in Montenegro: Mutmaßlicher Täter gibt Wurf zu

«Erst jetzt habe ich die Folgen des Feuerwerkwurfs begriffen», sagte er im Beisein seines Anwalts laut den Berichten. Der 25-Jährige hatte am Freitagabend unmittelbar nach dem Anpfiff Russlands Fußball-Nationaltorwart Igor Akinfejew mit einem Feuerwerkskörper am Kopf getroffen. Die EM-Qualifikationspartie von Gastgeber Montenegro gegen die Russen war zunächst 33 Minuten unterbrochen, nach weiteren Ausschreitungen in der 67. Minute abgebrochen worden.

«Vor allem entschuldige ich mich bei dem verletzten Mann, seinem Fußballverband sowie auch unserer Elf und beim ganzen Staat», zitierten lokale Medien aus der Aussage des mutmaßlichen Täters. Er habe sich jedoch vor der Polizei damit herausgeredet, dass er lediglich den Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen habe, der von der Zuschauertribüne zuerst auf ihm gelandet sei. Um sich zu schützen, habe er den brennenden Feuerwerkskörper «instinktiv» auf das Spielfeld geworfen.

Auch in Montenegro wird mit empfindlichen Strafen durch den Europäischen Fußball-Verband (UEFA) gerechnet. «Es ist eine Schande», sagte Montenegros sichtlich erschütterter Trainer Branko Brnovic. «Die Frage ist, was jetzt mit dem Fußball in Montenegro passieren wird.» Verbands-Generalsekretär Momir Djurdjevac klagte über die Hooligans: «Sie singen 'Ich liebe Montenegro', aber sie tun das Gegenteil.» Die Zeitung «Vijesti» schrieb: «Schmach und Schande.» Das bedeute das Ende des Fußballs in Montenegro «als zivilisierter Sport; wenigstens auf absehbare Zeit», befürchtete das Blatt.

Der Präsident des russischen Fußball-Verbands RFS Nikolai Tolstych erwartet, dass das Spiel zugunsten seiner Mannschaft gewertet wird. Die UEFA kündigte an, zunächst die Berichte ihrer Delegierten und von Aytekin abzuwarten, ehe ein Disziplinarverfahren eröffnet wird. Montenegro drohen unter anderem Sanktionen wie der Ausschluss der Zuschauer in den kommenden Spielen. Vor der Entscheidung der UEFA liegen Russland und Montenegro in der Gruppe G mit je fünf Punkten auf den Plätzen drei und vier hinter Österreich (13) und Schweden (9).

Der russische Torhüter Igor Akinfejew erlitt eine Nackenblessur und kleinere Brandverletzungen. «Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben. Ich fühle mich jetzt gut», gab der 28-Jährige auf der RFS-Webseite Entwarnung.