«Skandalregisseur» Bieito setzt in Berlin auf Kontraste

Der gern als «Skandalregisseur» gehandelte spanische Theatermacher Calixto Bieito hat an der Komischen Oper Berlin mit harten Kontrasten überrascht.

«Skandalregisseur» Bieito setzt in Berlin auf Kontraste
Felix Zahn «Skandalregisseur» Bieito setzt in Berlin auf Kontraste

Zu der abgedrehten Puccini-Komödie «Gianni Schicchi» brachte der 51-jährige Katalane am Sonntag das abgründige Psychodrama «Herzog Blaubarts Burg» von Béla Bartók auf die Bühne.

Vor allem der düstere Einakter erhielt Jubel und Bravorufe. Der südafrikanische Bassbariton Gidon Saks und die litauische Sopranistin Ausrine Stundyte überzeugten mit ihrem dichten Spiel als Liebespaar ohne Hoffnung.

Die ungewöhnliche Kombination habe ihn wegen des dadurch gewonnenen Kontrastes begeistert, erklärt Bieito im Programmheft. Natürlich gibt es auch wieder Sex und Blut, aber durchaus in Maßen. Im Mittelpunkt stehen bei «Herzog Blaubart» die inneren Machtkämpfe, mit denen das Liebespaar in den Schreckenskammern der Burg seinem Verhängnis entgegengeht. Das Orchester der Komischen Oper macht unter Leitung von Generalmusikdirektor Henrik Nánási die Abgründe beklemmend hörbar.