Skeleton-Männer ohne WM-Podest - Lölling: Bronze-Chance

Junioren-Weltmeisterin Jacqueline Lölling kämpft bei der Skeleton-WM in Winterberg trotz ihrer Startschwäche um Bronze. Nach zwei von vier Läufen belegt die 20-Jährige von der RSG Hochsauerland gemeinsam mit der Kanadierin Jane Channell Rang drei.

Skeleton-Männer ohne WM-Podest - Lölling: Bronze-Chance
Ina Fassbender Skeleton-Männer ohne WM-Podest - Lölling: Bronze-Chance

Bei den Männern überzeugten Christopher Grotheer und Axel Jungk zwar beim Sprint auf den ersten 30 Metern, blieben nach vier Läufen mit den Plätzen fünf und sechs aber medaillenlos.

Seinen dritten WM-Titel nach 2011 und 2012 holte sich der lettische Weltcup-Gesamtsieger Martins Dukurs, der im dritten Lauf erneut Bahnrekord in 55,51 Sekunden fuhr. Sein älterer Bruder Tomass kam hinter dem entthronten Titelverteidiger Alexander Tretjakow aus Russland auf Platz drei. Kilian von Schleinitz aus Königssee wurde Neunter. Sein Vereinskollege Martin Rosenberger landete auf Rang 16.

«Ich habe mein Bestes gegeben, doch was wirklich möglich war, hat man im zweiten Lauf gesehen. Ich fühlte mich am zweiten Tag etwas schlapp, da muss ich beim nächsten Jahreshöhepunkt mein Training umstellen», sagte Junioren-Weltmeister Grotheer. Der Riesaer Jungk, der in diesem Winter mit Platz drei im Gesamt-Weltcup seinen größten Erfolg verbuchte, sieht sich mit seinen Top-Startzeiten auf einem guten Weg. «Mein Ziel ist Pyeongchang 2018, da haben wir mit dieser Saison einen guten Anfang gemacht.»

Lokalmatadorin Lölling kann sich auf ihre herausragenden Fahrkünste verlassen und fuhr auf Platz drei im Zwischenklassement. Die Führung übernahm vor den zwei Läufen am Samstag die Britin Elizabeth Yarnold, die in 57,44 Sekunden einen Bahnrekord aufstellte. Zweite ist die Kanadierin Elisabeth Vathje.

Ebenfalls noch in Schlagdistanz zu den Medaillen liegt als Fünfte Tina Hermann aus Königssee. Die Oberhoferin Sophia Griebel startet als Neunte. Ex-Weltmeisterin Anja Huber-Selbach aus Berchtesgaden ist im letzten Rennen ihrer Karriere vorerst 13.

«Ich war unheimlich nervös vor meinem ersten WM-Lauf. Zwischen den Läufen versuche ich mich mit Musik etwas abzulenken», sagte Lölling, die nur die 22. Startzeit im Feld der 28 Teilnehmerinnen erreichte. «Ich weiß, dass ich am Start zurück bin und in der Bahn unten heraus viel aufholen kann», meinte die 20-Jährige, die 2012 bei den Olympischen Jugendspielen in Innsbruck Gold gewann.

Bei den deutschen Meisterschaften Ende 2014 überraschte sie mit dem Titelgewinn. Ihr Heimtrainer Bernhard Lehmann, ehemaliger Erfolgscoach von Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis und zwischenzeitlich sogar Skeleton-Bundestrainer, meinte: «Sie kann um eine Medaille mitfahren.» Für Wolfram Schweizer, Vereinsvorsitzender der RSG Hochsauerland, hat trotz des Umbruchs im Verband die alte Erfolgsformel immer noch Bestand: «Ein Drittel Startleistung und dann das fahrerische Können mit Klasse-Material gehören zum Erfolg», betonte Schweizer, der gleichzeitig BSD-Chefmechaniker ist.