Sonnenfinsternis: Langsam wird es dunkel

Sonnenfinsternis über Deutschland: Der dunkle Neumond hat damit begonnen, sich immer weiter vor die Sonne zu schieben. In Konstanz und Saarbrücken begann das Ereignis um 9.27 Uhr, in Frankfurt/Main um 9.30 Uhr, in Berlin um 9.39 Uhr und in Rostock um 9.40 Uhr.

Sonnenfinsternis: Langsam wird es dunkel
Daniel Naupold Sonnenfinsternis: Langsam wird es dunkel

Je nach Standort in Deutschland soll der Mond maximal 66 bis 83 Prozent der Sonnenscheibe verdecken. Ganz dunkel wird es in Deutschland somit nicht, lediglich etwas düster.

Nur in einem schmalen Streifen auf dem Nordatlantik verfinstert sich die Sonne komplett. Darin liegen die Färöer-Inseln und Spitzbergen. Auf den Färöer-Inseln haben sich bei bestem Wetter Tausende Touristen versammelt, um das sehr seltene Himmelsschauspiel zu verfolgen.

Augenärzte haben eindringlich davor gewarnt, mit ungeschützten Augen direkt in die Sonne zu schauen. Nur spezielle «Sofi»-Brillen bieten einen ausreichenden Schutz. Sie waren allerdings vielerorts ausverkauft. Gegen 12 Uhr ist das Spektakel in Deutschland vorbei.

Die Sonnenfinsternis werde die deutschen Stromnetze vor eine erhebliche Belastungsprobe stellen, hatten Experten im Vorfeld gemahnt. Zu Beginn der Finsternis gegen 09.30 sollte die Solarleistung in Deutschland von 16 000 Megawatt innerhalb von 75 Minuten heruntergehen auf 7500 Megawatt, sagte der Leiter Systemführung beim Netzbetreiber 50Hertz, Gunter Scheibner am Freitagmorgen. Es gebe in vielen Regionen einen wolkenlosen Himmel mit hoher Solareinspeisung. Man sei aber sehr gut vorbereitet auf die Lage. Nach Ende der Finsternis werde die Leistung dann in 75 Minuten von 7500 auf 22 000 Megawatt hochgehen, so Scheibner.

Mittags wird wegen des höheren Sonnenstandes am meisten Solarstrom produziert. 22 000 Megawatt entspricht rund 15 Atomkraftwerken. Derzeit sind in Deutschland rund 39 000 Megawatt Solarleistung installiert. Man sei angespannt, meinte der Geschäftsführer Systembetrieb bei 50Hertz, Dirk Biermann. Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber hatten sich extra mit 3800 Megawatt zusätzlich an Reserveleistung eingedeckt. Dafür fallen laut 50Hertz am Freitag 3,5 Millionen Euro an Zusatzkosten an.