Sonnensturm im Anflug

Der für Donnerstag erwartete Sonnensturm sollte sich im Alltag der Menschen voraussichtlich nicht bemerkbar machen.

«Das ist erst mal weniger wahrscheinlich», sagte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen am Donnerstag. Zwar seien nur höchstens 50 von 10 000 Sonnenstürmen so heftig wie dieser. Allerdings hätten im Oktober 2003, als Flugzeuge am Boden bleiben mussten, gleich zwei Stürme nacheinander die Erde getroffen.

Die Sonne sendet ständig geladene Teilchen aus, bei einer Sonneneruption sind es lokal und für kurze Zeit deutlich mehr als üblich. Einen Sonnensturm dieser Stärke könne man vier, fünf Mal im Jahr erwarten, sagte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau bei Göttingen.

Als Folge der am Mittwoch deutlich erhöhten Strahlung im All war der Raumfrachter «Cygnus» nicht wie zunächst geplant zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa war ein neuer Startversuch für Donnerstag (Ortszeit) geplant. «Das müsste problemlos erfolgen können», sagte Bothmer. Etwa eine halbe Stunde nach einer Eruption auf der Sonne breiten sich im Weltraum demnach energiereiche Teilchen aus, die etwa die Elektronik von Raumfahrzeugen stören können. Auf der Erde treffe ein Sonnensturm aber mindestens 14 Stunden bis zwei Tage später ein. Für «Cygnus» bestehe im All inzwischen keine Gefahr mehr.