Sorge über mögliches Abebben der Geldflut: Dax gibt weiter nach

Geldpolitik sowie negative US-Börsen haben deutsche Standardaktien zur Wochenmitte überwiegend ins Minus gedrückt.

Letztlich verlor der Leitindex Dax am Mittwoch 0,41 Prozent auf 9077,11 Punkte. Der MDax als Index mittelgroßer Werte schloss mit einem Plus von 0,42 Prozent bei 16 021,46 Punkten. Der technologielastige TecDax verlor 0,59 Prozent auf 1130,29 Punkte.

«Weiterhin bleibt die Sorge vor dem Zurückfahren der ultra-expansiven Geldpolitik der US-Notenbank, dem sogenannten Tapering, das beherrschende Thema an den Kapitalmärkten», kommentierte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG. Es stelle sich nicht die Frage ob, sondern wann die Federal Reserve die Anleihenkäufe von derzeit rund 85 Milliarden US-Dollar pro Monat reduziere. Die aktuelle Geldschwemme gilt als maßgeblicher Kurstreiber an den Aktienmärkten.

Kornelius Barczynski, Marktanalyst beim Brokerhaus GKFX, erwartet, dass die Korrekturanfälligkeit des Dax bis zur US-Notenbanksitzung am kommenden Mittwoch bestehenbleibt.

Unter den Einzelwerten profitierten die Titel von HeidelbergCement von einer positiven Analystenstudie und gewannen als Spitzenreiter im Dax 0,61 Prozent. Am Indexende standen die Papiere von K+S mit minus 1,68 Prozent. Klarer Tagesgewinner im MDax waren EADS-Aktien, die sich um 7,5 Prozent verteuerten. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hatte sich positiv zur weiteren Dividendenentwicklung und den künftigen Geschäftszielen geäußert. Mit einem Kursgewinn von mehr als zwei Prozent glänzten auch Papier der Norma Group. Der Lkw-Zulieferer profitiert von Europas strengeren Abgasregeln für Lastwagen und erhielt einen Großauftrag aus Italien.

Die anderen wichtigen Börsen in Europa präsentierten sich ebenfalls mit Verlusten. Der EuroStoxx 50 schloss 0,46 Prozent tiefer bei 2947,31 Punkten. Die Leitindizes in Paris und London gaben zwischen 0,1 und 0,3 Prozent nach. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende rund 0,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,50 (Dienstag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 133,11 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,14 Prozent auf 140,44 Punkte. Der Eurokurs stieg auf zuletzt 1,3794 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3767 (1,3750) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7263 (0,7273) Euro.