Sorgen um Griechenland belasten den Dax

Die Rekordstimmung ist endgültig verflogen: Sorgen über eine drohende Staatspleite Griechenlands drückten den Dax den zweiten Tag in Folge deutlich ins Minus. Am Nachmittag standen Kursverluste von 1,87 Prozent auf 11 774,83 Punkte zu Buche.

Auf Wochensicht steuert der deutsche Leitindex mit aktuell minus 4,85 Prozent auf die schwächste Entwicklung seit Mitte Dezember zu. Noch am vergangenen Freitag hatte das Börsenbarometer neue Höchststände markiert.

Auch der weiter erholte Euro, der deutsche Produkte für Käufer außerhalb des Währungsraums teurer macht, drückte Marktexperten zufolge auf die Stimmung.

Die von vielen Experten wegen des starken Dax-Anstiegs seit Jahresbeginn erwartete Korrektur könnte der Dax damit aber schon großteils hinter sich haben. Auf dem Niveau des Tiefs von Ende März bei 11 620 Punkten dürften Schnäppchenjäger wieder zugreifen, glaubt Analyst Craig Erlam vom Währungshändler Oanda.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 1,87 Prozent auf 20 933,76 Punkte bergab und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,78 Prozent auf 1624,85 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,69 Prozent auf 3688,14 Punkte ein.

Im Dax reichte den Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) ein Minus von 0,40 Prozent für den ersten Platz. Die Aktionäre des Autobauers reagierten mit Erleichterung auf das vorläufige Ende des Machtkampfes an der Unternehmensspitze. Die Wolfsburger halten an ihrem Vorstandschef Martin Winterkorn fest. Winterkorn stand unter Druck, nachdem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch von ihm abgerückt war.

Zu den schwächsten Werten gehörten indes die Titel der Deutschen Bank, die 2,69 Prozent einbüßten. Der Vorstand hat einem «Spiegel»-Bericht zufolge eine Vorentscheidung für den Verkauf der Postbank getroffen.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,05 (Vortag: 0,06) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 141,22 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 160,47 Punkte. Der Kurs des Euro legte ebenfalls zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0814 (Donnerstag: 1,0711) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9247 (0,9336) Euro.