Sozialhilfeausgaben gestiegen: Fast 300 Euro pro Kopf

Die staatlichen Ausgaben für Sozialhilfe sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Mit rund 24 Milliarden Euro lagen sie um 5,4 Prozent über den Ausgaben von 2011, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Rein rechnerisch betrugen sie 298 Euro pro Kopf - der höchste Betrag seit Einführung der Grundsicherung 2003. Damals lagen die Pro-Kopf-Ausgaben noch bei 274 Euro.

Über die Hälfte der Ausgaben (56 Prozent) entfiel im vergangenen Jahr auf Eingliederungshilfen für Behinderte. Jeder fünfte Sozialhilfe-Euro (20 Prozent) wurde für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gezahlt - an Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht oder die dauerhaft nicht arbeitsfähig sind. Die Zahl der Empfänger dieser Leistungen erreichte Ende 2012 mit 900 000 einen neuen Höchststand.

In den westlichen Bundesländern (ohne Berlin) seien die Pro-Kopf-Ausgaben im vergangenen Jahr mit 308 Euro deutlich höher ausgefallen als im Osten, wo der Betrag bei 258 Euro lag, teilte das Bundesamt mit.

Die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben hatten die drei Stadtstaaten: In Hamburg lagen sie bei 474 Euro, in Bremen bei 472 Euro und in Berlin bei 461 Euro. Von den westdeutschen Flächenländern gab Baden-Württemberg mit 215 Euro je Einwohner am wenigsten für Sozialhilfe aus, Nordrhein-Westfalen mit 358 Euro am meisten.