Sozialistischer Senator Sanders will US-Präsident werden

Der parteilose Senator Bernie Sanders aus dem US-Staat Vermont steigt in den Kampf um das Präsidentenamt ein. «Wir sind in diesem Rennen, um zu gewinnen», sagte er bei der Verkündung seiner Kandidatur vor dem Kapitol in Washington.

Sozialistischer Senator Sanders will US-Präsident werden
Michael Reynolds Sozialistischer Senator Sanders will US-Präsident werden

Der 73-Jährige hatte zuvor bereits offen erklärt, es mit der Demokratin und ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton aufnehmen zu wollen.

Der schroffe, weißhaarige Senator trägt den Titel «Sozialist» mit Stolz. Nach eigenen Worten will er der «Gier des Amerikas der Konzerne» etwas entgegensetzen, damit die Regierung für «normale Amerikaner und nicht nur Milliardäre» funktioniert. 99 Prozent des in den USA generierten Einkommens gingen an die reichsten ein Prozent der Bevölkerung, sagte Sanders. Er hat sowohl Demokraten als auch Republikanern vorgeworfen, zu sehr den Interessen mächtiger Konzerne nachzugeben.

Auch die Finanzierung von Wahlkämpfen kritisierte Sanders scharf. «Milliardäre können sich Wahlen und Kandidaten sprichwörtlich kaufen.» Die superreichen Koch-Brüder seien bereit, Hunderte Millionen in Kampagnen zu pumpen. Er habe dagegen zwei Drittel der Gelder für seinen Wahlkampf im Jahr 2012, in dem er sich erfolgreich um eine zweite Amtszeit als Senator bewarb, von kleinen, unabhängigen Spendern bekommen, hatte er der Zeitung «USA Today» gesagt. «Ich bin kein Milliardär», sagte er dem Sender MSNBC.

Sanders plant seine Kandidatur vor allem als krasses Gegengewicht zu Clinton. Anders als die ehemalige Senatorin von New York habe er 2002 gegen den von Präsident George W. Bush geführten Irak-Krieg gestimmt. Er ist entschiedener Gegner der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline, die Rohöl von Kanada quer durch die USA bis an den Golf von Mexiko befördern soll. Clinton hat zu der Frage bislang geschwiegen.

Sanders ist neben Clinton der zweite Kandidat, der offiziell für die Demokraten ins Rennen geht. Nach vorläufigen Umfragen stehen seine Chancen mit 5,6 Prozent Zustimmung allerdings schlecht. Vor ihm liegen neben Clinton (62,2) Vizepräsident Joe Biden (9,8) sowie die Senatorin aus Massachusetts, Elizabeth Warren (12,7), die ihre Kandidatur beide noch nicht offiziell erklärt haben.