S&P: «Grexit» birgt kaum Ansteckungsgefahr

Ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde die anderen Mitglieder der Eurozone aus Sicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nur in verkraftbarem Umfang finanziell belasten.

S&P: «Grexit» birgt kaum Ansteckungsgefahr
Justin Lane S&P: «Grexit» birgt kaum Ansteckungsgefahr

«Alles in allem sind wir der Meinung, dass ein Grexit keine direkte Ansteckungsgefahr in einem Maße birgt, das andere Staaten aus der Eurozone treiben würde», sagte S&P Kreditanalyst Moritz Kraemer in Frankfurt.

Dies liege nicht zuletzt an den inzwischen aufgebauten Brandmauern in der Eurozone wie dem Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Dieser könnte die Staaten der Eurozone nach einem hypothetischen Austritt Griechenlands finanziell unterstützen.

Auch sei Griechenland deutlich weniger mit den internationalen Finanzmärkten verflochten als noch vor wenigen Jahren. Nach Zahlen der Nationalbank Griechenlands seien die Finanzinstitute in der Eurozone im Dezember 2014 nur noch mit 61 Milliarden Euro in Hellas engagiert - 2011 waren es nach den Angaben noch 131 Milliarden Euro. Insgesamt geht S&P nicht davon aus, dass ein Grexit signifikante Auswirkungen auf die Ratings der anderen Euro-Staaten hätte.