Später Jubel für Hoffenheim beim 2:1 gegen Augsburg

Nach dem zweiten Sieg unter Jung-Trainer Julian Nagelsmann wittert 1899 Hoffenheim Morgenluft im Abstiegskampf, der FC Augsburg rückt der gefährlichen Zone dagegen wieder näher.

Später Jubel für Hoffenheim beim 2:1 gegen Augsburg
Uwe Anspach Später Jubel für Hoffenheim beim 2:1 gegen Augsburg

Die Kraichgauer feierten am Mittwochabend ein verdientes 2:1 (1:0) gegen die Gäste aus Bayern und träumen weiter von einer nächsten Saison in der Fußball-Bundesliga.

Mark Uth rettete der Mannschaft des jüngsten Liga-Trainers mit seinem Treffer in der 81. Minute drei Punkte. Kevin Volland hatte seine zweite Chance in der munteren Partie zur Führung (25. Minute) genutzt, Paul Verhaegh glich noch vor der Pause mit einem stark umstrittenen Handelfmeter aus (40.). Die TSG-Truppe konnte auch nach dem vierten Spiel unter Nagelsmann nicht auf den Relegationsplatz klettern und steht im Derby beim VfB Stuttgart am Samstag wieder unter Druck.

Fast wäre aus dem Blitzstart der Hoffenheimer auch ein Traumstart geworden: Schon nach 40 Sekunden zog Volland nach Vorarbeit von Phillip Ochs mutig ab, konnte Marwin Hitz mit seinem satten Schuss aber nicht überwinden. Der Augsburger Keeper war erst am Vortag zum zweiten Mal glücklicher Vater eines Sohnes geworden.

Hoffenheim, erstmals in diesem Jahr mit den Routiniers Pirmin Schwegler und Eugen Polanski in der Startelf, begann vor der Saison-Minuskulisse von 21 092 Zuschauern forscher als die Gäste. Dabei fehlten Nagelsmann der gesperrte Nationalspieler Sebastian Rudy und Mittelfeld-Abräumer Tobias Strobl (Knieprobleme). Die TSG war zunächst die offensivere Mannschaft, das Gästeteam von Trainer Markus Weinzierl kam wie so oft gefährlich über die Flügel. Raul Bobadilla saß wegen muskulärer Probleme zunächst auf der Bank - eine halbe Stunde durfte der Top-Torjäger dann aber noch mitspielen.

Auch der FCA hätte in Führung gehen müssen: Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann rettet mit einer Glanztat bei einem Kopfball von Alfred Finnbogason (12.). Doch das erste Tor glückte den Hausherren: Nach einem Pfostenknaller von Eduardo Vargas und Querpass von Youngster Ochs traf der unermüdliche Volland - sein erstes Tor seit dem 8. Spieltag am 3. Oktober beim 2:2 gegen Stuttgart.

Vor dem 1:1 durch Verhaegh gab es heftige Diskussionen und Proteste, denn Schiedsrichter Guido Winkmann hatte zunächst auf Ecke entschieden und nach Headset-Hinweis doch auf den Punkt gezeigt. Niklas Süle, der Gelb sah, hatte einen Schuss des agilen Alexander Esswein mit dem - allerdings angelegten - Arm abgeblockt. «Ganz klar kein Elfmeter», sagte Zuschauer Rudy in der Halbzeitpause dem TV-Sender Sky.

Noch am Vormittag musste Nagelsmann, mit 28 Jahren jüngster Bundesliga-Trainer, im Trainingszentrum Zuzenhausen eine Klausur in Physiologie und Sportmedizin schreiben - sein Team ging die schwere Prüfung gegen den Mitkonkurrenten ebenfalls mutig an. Auch nach Wiederbeginn stürmten die Kraichgauer los und wollten später die Führung erzwingen. Vor allem Nadiem Amiri suchte immer wieder den direkten Weg zum Tor und verpasste die mögliche erneute Führung (48./58.). Uth traf nur den Außenpfosten (62.).