Spanisches Königspaar in Berlin

Deutschland und Spanien wollen sich gemeinsam den europäischen und weltpolitischen Herausforderungen stellen. Das betonten König Felipe VI. und Bundespräsident Joachim Gauck beim ersten offiziellen Deutschland-Besuch des spanischen Monarchen nach seiner Amtsübernahme in Juni.

Spanisches Königspaar in Berlin
Wolfgang Kumm Spanisches Königspaar in Berlin

«Das ist ein schönes Zeichen für die guten Beziehungen», sagte Gauck am Montag. Er hoffe, dass das Königspaar noch sehr oft nach Deutschland komme.

Felipe (46) und Königin Letizia (42) waren bei frostigem Wetter mit eisigem Wind in Berlin gelandet. Im Park von Schloss Bellevue empfing Gauck den König mit militärischen Ehren. Die Königin trotzte im relativ kurzen roten Mantel der Berliner Kälte. Gemeinsam mit Felipe sowie mit Gauck und dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt schüttelte sie die Hände von spanischen und deutschen Schülern, die Fähnchen beider Länder schwenkten. «Jetzt wärmt Euch schön auf», rief Gauck den Schülern zu, die geduldig ausgeharrt hatten.

In einer kurzen Erklärung im Schloss lobte Gauck die Reformen in Spanien zur Überwindung der Wirtschaftskrise. Mit Bezug auf die Vergangenheit sagte er: «Wir teilen die Erfahrung, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.» Zusammenarbeit sei jetzt auch beim menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen gefordert. Felipe betonte, beide Länder seien «wichtige Impulsgeber» für die europäische Einigung.

Fans des Königspaars hatten zunächst nur wenige Möglichkeiten, Felipe und Letizia aus der Nähe zu sehen. Am Nachmittag wollen die Gäste zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) das Brandenburger Tor besichtigen. Auch Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert standen auf dem Programm.

Der Besuch ist Teil einer Serie von Antrittsbesuchen des spanischen Monarchen, der erst vor fünf Monaten nach der Abdankung seines Vaters Juan Carlos zum König gekrönt worden war. Am Dienstag wurde Felipe in Ostwestfalen erwartet. In Bielefeld wollte er ein Forschungs- und Entwicklungszentrum des spanischen Unternehmens Gestamp und in Gütersloh den Sitz des Bertelsmann-Konzerns besuchen.