SPD: Merkel hat nichts für die Frauen getan

Führende SPD-Politikerinnen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeworfen, eine bessere Bezahlung von Frauen vernachlässigt zu haben. «Wir sind uns einig darin, dass die erste Bundeskanzlerin nichts für Frauen getan hat», sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

SPD: Merkel hat nichts für die Frauen getan
Bernd von Jutrczenka SPD: Merkel hat nichts für die Frauen getan

«Die entscheidende Frage ist: Wer macht mehr für Frauen?», betonte Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, bei der Vorstellung eines gemeinsam mit der Schweriner Sozialministerin Manuela Schwesig, erarbeiteten Fünf-Punkte-Plans.

Dieser Plan bekräftigt frauenpolitische Aspekte des SPD-Programms für die Bundestagswahl am 22. September. Ein zentraler Punkt ist dabei eine Besserstellung von Frauen im Berufsleben, etwa durch einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde. Die Niedriglohnquote von Frauen sei mit 32,4 Prozent fast doppelt so hoch wie die von Männern. Frauen verdienten im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. So habe der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Frauen 2012 bei 15,21 Euro gelegen, der von Männern bei 19,60 Euro. Eine Köchin verdiene zum Beispiel mit 1732 Euro im Schnitt für die gleiche Arbeit 413 Euro weniger als ihr männlicher Kollege.

Neben gleichem Lohn für gleiche Arbeit bekräftigten die drei Damen die Forderung nach einer 40-Prozent-Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände in Unternehmen. Zur Frage, warum eine männliche SPD-Troika Peer Steinbrücks Kanzlerkandidatur unter sich ausgemacht habe, und zum künftigen Einfluss von Frauen in der Partei äußerte sich das Politikerinnen-Trio ausweichend. Mit Blick auf SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte Kraft: «Wir haben eine Parteiführung, und die macht es gut.»