SPD-Spitze umwirbt FDP-Wähler

Unmittelbar vor dem FDP-Parteitag hat SPD-Chef Gabriel angekündigt, verstärkt um liberale Wähler zu werben. «Die liberale Idee ist (...) zu wichtig, um sie mit der FDP untergehen zu lassen. Deshalb muss die SPD dem Liberalismus eine neue Heimat geben», sagte er der «Braunschweiger Zeitung».

Liberalität sei «eine wunderbare Geisteshaltung, die die Menschen vor der Übermacht des Staates wie des Marktes schützen will», fügte Gabriel hinzu. Er wolle, dass die SPD «sozial und liberal» sei.

Der stellvertretende SPD-Chef Olaf Scholz legte FDP-Mitgliedern nahe, zu den Sozialdemokraten zu wechseln. «Die SPD kann eine neue Heimat für viele Liberale werden, die von der FDP enttäuscht sind», sagte er der «Welt am Sonntag». «Wer mit seinen liberalen Vorstellungen auch eine Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit verbindet, ist bei der SPD gut aufgehoben.»

Der Hamburger Regierungschef bezweifelte, dass sich die FDP von der Niederlage bei der Bundestagswahl erholt. «Es wäre ein großer Zufall, wenn die FDP in vier Jahren in den Bundestag zurückkehren würde». Daher solle die SPD «das sozialliberale Erbe antreten».