Spezialisten kämpfen mit Folgen von Gasexplosion

Eine schwere Gasexplosion macht aus dem kleinen Harthausen in Rheinland-Pfalz einen Geisterort. Auch mehr als 24 Stunden nach dem Unglück geben die Einsatzkräfte noch keine Entwarnung.

Am Vormittag bemühten sich Spezialisten der Werksfeuerwehr des Chemiekonzerns BASF einen letzten Flüssiggastank zu sichern. Wann die Einsatzkräfte in dem evakuierten Ort bei Speyer Entwarnung geben und die etwa 3000 Menschen zurück in ihre Häuser und Wohnungen dürfen, war zunächst unklar. «Ein gewisses Restrisiko bleibt», sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Gegen Mittag zeigte er sich zuversichtlich: «Wir sind guter Hoffnung, dass sich bei Tageslicht alles erledigen wird.»

Am frühen Samstagmorgen war auf dem Hof einer Gasfirma mindestens ein Lastwagen in Brand geraten. Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr explodierte ein Gastank. Der Knall war noch 30 Kilometer entfernt in Ludwigshafen und Mannheim zu hören. Die Hitze verletzte 16 Feuerwehrleute an Haut und Atemwegen.

Die Druckwelle war so stark, dass zwei Gastanks mehrere hundert Meter weit flogen, einige Gebäude in dem Ort wurden infolge der Druckwelle beschädigt. Nach Schätzung der Polizei geht der Schaden in die Millionen.

Weil weitere Explosionen drohten, war der Ort am Samstag aus Sicherheitsgründen komplett geräumt worden. Die Bewohner kamen bei Freunden und Bekannten sowie in einer Turnhalle im Nachbarort unter. «Bei allem Unglück hat Harthausen noch Glück gehabt», bilanzierte Landrat Clemens Körner am Samstag.

Wie es zu dem Brand auf dem Firmengelände kommen konnte, war zunächst unklar. Brandstiftung schlossen die Ermittler nicht aus, die Staatsanwaltschaft Frankenthal wurde in die Aufklärung eingebunden.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wollte sich am Sonntagnachmittag selbst ein Bild von der Lage in Harthausen machen und mit Einsatzkräften und Betroffenen sprechen. Am Samstag hatte Dreyer gemeinsam mit Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) erklärt: «Es ist schlimm, dass 16 Feuerwehrkräfte im Einsatz verletzt wurden. Wir hoffen nun, dass sie schnell wieder gesund werden.» Beide dankten den 450 Helfern.