Spezialkräfte setzen Verbot gegen Satudarah-Rocker durch

Der gefährliche Rockerclub Satudarah ist in Deutschland verboten. Die Polizei stürmte am frühen Morgen bundesweit Vereinsheime und Wohnungen von Mitgliedern, um das Verbot durchzusetzen. Schwerpunkt der Aktion war Nordrhein-Westfalen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) untersagte dem niederländischen Verein Satudarah MC jede Tätigkeit im Inland. Die deutschen Teilorganisationen seien verboten - die entsprechende Verfügung sei am Dienstag zugestellt worden, teilte das Innenministerium in Berlin mit. «Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus.»

Große Einsätze gab es in Duisburg und Aachen, wie die Polizei mitteilte. Aber auch in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen waren Spezialkräfte der Polizei im Einsatz. «Ziel war es, das Vereinsverbot praktisch umzusetzen», sagte ein Sprecher der Essener Polizei, die den Einsatz in Nordrhein-Westfalen leitete. In einer Mitteilung hieß es: «Aufgrund vorliegender Erkenntnisse zur Gefährlichkeit mehrerer betroffener Rocker sind Spezialeinheiten am Einsatz beteiligt.»

In Duisburg zum Beispiel trugen Polizisten gelb-schwarze Satudarah-Embleme mit einem doppelköpfigen Indianer aus dem Vereinsheim. Die Beamten beschlagnahmten das Vereinsvermögen und stellten Rockerkutten sicher. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben.

In Niedersachsen richtete sich die Polizeiaktion gegen den landesweit einzigen Ortsverein in Cuxhaven, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover mitteilte. «In Niedersachsen sind sie nicht in dem Maße aufgetreten, wie im Ruhrgebiet», sagte LKA-Sprecherin Stephanie Weiß. In Bremen suchten Fahnder vergeblich nach zwei in der Stadt gemeldeten Männern aus dem Satudarah-Umfeld, wie die Sprecherin des Innensenats, Rose Gerdts-Schiffler, erläuterte. «Wir haben keine Erkenntnisse, dass sich Satudarah hier etablieren wollte.»

Die Satudarah hatte nach früheren Angaben der Behörden seit 2012 versucht, von den Niederlanden aus in Deutschland und vor allem in Nordrhein-Westfalen Fuß zu fassen. Die Polizei hatte zuletzt immer wieder Waffen und Drogen bei Mitgliedern der Rockergruppe gefunden.

Mitglieder von Satudarah sind auch in den Niederlanden wegen Drogendelikten, unerlaubtem Waffenbesitz und Drogenverbrechen im Visier der Justiz. Dutzende Rocker waren in den vergangenen zwei Jahren festgenommen worden. Bislang ist der Rockerclub in den Niederlanden aber nicht verboten.

Neun Niederländer molukkischer Herkunft hatten den Club 1990 gegründet. Satudarah bedeutet in der Sprache der indonesischen Inselgruppe wörtlich «Ein Blut». Der Club breitete sich schnell aus und hatte 2014 nach eigenen Angaben weltweit 85 Abteilungen, davon rund 40 in den Niederlanden.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) begrüßte das Verbot. Er wollte am Dienstag (13.15 Uhr) gemeinsam mit Bundesinnenminister de Maizière über das Verbot informieren.