Spielabbruch in Osnabrück: Schiedsrichter beworfen

Nach einem Eklat ist das DFB-Pokalspiel zwischen dem Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück und dem Zweitligisten RB Leipzig abgebrochen worden.

Schiedsrichter Martin Petersen war beim Stand von 1:0 in der 71. Spielminute von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden und zog sich zunächst in die Kabine zurück. Der Referee aus Stuttgart pfiff die Partie danach nicht mehr an. Der Unparteiische wollte einen Streit unter Spielern schlichten, als er aus dem Sektor der Heim-Fans beworfen wurde.

«Das ist natürlich ein Debakel für uns», sagte der Osnabrücker Manager Lothar Gans der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist einer von 13 000 im Stadion, aber das ist nicht zu entschuldigen. Es tut mir sehr leid.» Der Schiedsrichter wurde in ein Krankenhaus gebracht. 

Als Leipzig-Stürmer Davie Selke von einem VfL-Abwehrspieler auf dem Weg Richtung Tor gebremst wurde, lief der Osnabrücker Ersatzspieler Michael Hohnstedt auf das Feld und provozierte Selke. Als Petersen die Gemüter beruhigen wollte, wurde er von dem Feuerzeug getroffen und wendete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ab. Der Referee ging in die Kabine, aus der er nicht mehr zurückkehrte. Halil Savran hatte Osnabrück bereits nach 21 Sekunden in Führung gebracht, dem Außenseiter droht nun aber das Aus am Grünen Tisch.

Erst 26 Minuten, nachdem die Begegnung abgebrochen worden war, wurden die Zuschauer darüber informiert. Der Bus mit den Leipzigern war da schon vom Parkplatz gefahren. «Das Sportgericht wird entscheiden müssen», twitterte RB Leipzig.

Vor neun Jahren war nach einem ähnlichen Vorfall das Zweitrundenspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC abgebrochen worden. Beim Stand von 2:0 für den Berliner Bundesligisten war einer der beiden Schiedsrichter-Assistenten in der 81. Minute von einem gefüllten Hartplastikbecher am Nacken getroffen worden. Die Partie vom 25. Oktober 2006 wurde zugunsten von Hertha BSC gewertet.