Spieler auf dem Heimweg - «Alle gleichermaßen betroffen»

Knapp zwei Stunden nach der Absage machten sich die geschockten Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft so schnell wie möglich auf den Heimweg. Fünf Kilometer vor dem Stadion in Hannover hatte das Team von der Absage des Länderspiels gegen die Niederlande erfahren.

Spieler auf dem Heimweg - «Alle gleichermaßen betroffen»
Philipp Von Ditfurth Spieler auf dem Heimweg - «Alle gleichermaßen betroffen»

Der Mannschaftsbus wurde daraufhin umgeleitet. Das teilte Delegationsleiter Reinhard Rauball in einer Pressekonferenz im niedersächsischen Innenministerium mit.

Das Team und die Trainer seien dann mit dem Bus zu einer Polizeidienststelle gebracht worden. Von dort aus sei die DFB-Elf zurück zum Quartier in Barsinghausen gefahren worden, um dann entweder per Flugzeug nach München oder mit Pkws die Heimreise anzutreten.

Der Bus der niederländischen Mannschaft habe sich direkt hinter dem deutschen auf dem Weg zum Stadion befunden. Die Delegation wurde direkt ins Mannschaftshotel gebracht und von dort zum Flughafen geleitet, wo man eigens eine zeitgerechten Abflug ermöglichte. Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff «waren natürlich im gleichen Maße betroffen wie wir alle», betonte Rauball.

«Das unsere Mannschaft innerhalb von vier Tagen zweimal so ein tragisches Erlebnis miterleben musste, war etwas, das in meiner Vorstellungskraft nicht möglich war», betonte Rauball. Vielleicht könne auch der Psychologe der Nationalmannschaft «Rat geben und die Dinge in die Hand nehmen».

Pressechef Jens Grittner hatte kurz nach der Absage via Twitter mitgeteilt, dass die Mannschaft an einem sicheren Ort sei. «Mehr können wir derzeit nicht sagen, Bitte u. Verständnis», schrieb Grittner. «Sind auf dem Weg ins Stadion v. d. Polizei umgeleitet worden u. an sicherem Ort.»

Am Freitag hatte die deutsche Mannschaft den Terror von Paris hautnah miterlebt. Am Rande des Spiels gegen EM-Gastgeber Frankreich hatten sich drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Die Mannschaft hatte daraufhin die ganze Nacht im Stade de France in Saint-Denis verbracht. Gegen 06.30 Uhr morgens war das Team mit Polizeieskorte zum Flughafen Charles e Gaulle gebracht worden.

Die Partie gegen die Niederlande wurde wegen eines drohenden Sprengstoffattentats von Islamisten abgesagt. Es habe entsprechende Hinweise auf einen Anschlag gegeben, der von islamistischen Gefährdern geplant gewesen sei, erfuhr die dpa am Dienstagabend aus Sicherheitskreisen.