Spionagevorwürfe gegen britische Botschaft

Die britische Botschaft in Berlin will zu Berichten über einen angeblichen Horchposten auf dem Dach des Gebäudes keine Stellung beziehen. «Ich kann zu geheimdienstlichen Aktivitäten keine Auskunft geben», sagte eine Mitarbeiterin in Berlin.

Nach einem Bericht der Londoner Tageszeitung «The Independent» soll sich - wie auf dem Gebäude der amerikanischen Botschaft - auch auf der britischen Botschaft eine Spionage-Einrichtung befinden. Beide Vertretungen befinden sich nur wenige Meter voneinander entfernt in der Nähe des Brandenburger Tors.

Der «Independent» beruft sich auf Luftbilder und Dokumente des US-Geheimdienstes NSA, die vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden kommen sollen. Die Spionage der Briten soll noch angedauert haben, als die USA bereits abgeschaltet hätten. Die verdächtige Struktur existiere seit Eröffnung des futuristischen Gebäudes im Jahre 2000. Der derzeitige Botschafter Simon McDonald ist seit Oktober 2010 im Amt.

Die britische Vertretung liegt in der Wilhelmstraße, einer Querstraße zum Boulevard Unter den Linden. Der Straßenabschnitt davor ist für den Autoverkehr gesperrt. Der Zugang wird von Polizisten kontrolliert. Früher war in der Wilhelmstraße auch das Auswärtige Amt beheimatet.