Sprengsatz tötet Autofahrer in Berliner Berufsverkehr

Mitten im Berufsverkehr hat ein Sprengsatz einen Autofahrer in Berlin getötet. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von einer gezielten Attacke aus.

Sprengsatz tötet Autofahrer in Berliner Berufsverkehr
Paul Zinken Sprengsatz tötet Autofahrer in Berliner Berufsverkehr

«Die Vermutung geht in die Organisierte Kriminalität», sagte ein Polizeisprecher in Berlin. Die Ermittlungen konzentrieren sich demnach auf das Umfeld des Fahrers, eines 43-Jährigen mit Migrationshintergrund. «Ob der Mann selber Ziel dieses Anschlag war, können wir noch nicht sagen», sagte der Sprecher. Möglicherweise sei jemand anderes gemeint gewesen und der 43-Jährige habe nur zufällig in dem Wagen gesessen.

Der Sprengsatz war während der Fahrt des Mannes auf der Bismarckstraße in Richtung Innenstadt hochgegangen. Der Fahrer starb noch an der Unfallstelle. Die Polizei setzte eine Mordkommission ein. Nach einem Bericht von «Spiegel online» soll gegen das Opfer in der Vergangenheit unter anderem wegen Drogenhandels ermittelt worden sein. Experten suchten zunächst nach der Explosion nach weiterem Sprengstoff und gaben schließlich Entwarnung.

Zahlreiche Einsatzkräfte sperrten die Gegend weiträumig ab, der Verkehr war unterbrochen. Die Ermittler setzten auch eine Drohne ein, um Aufnahmen aus der Luft zu machen. Bei den Ermittlungen vor Ort war am Vormittag Beobachtern zufolge der führende Berliner Staatsanwalt für Rocker-Prozesse.

«Die Polizei ermittelt jetzt mit Hochdruck in alle Richtungen», erklärte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). «Nach allem, was wir derzeit wissen, müssen wir von einem schweren Verbrechen ausgehen. Das, was hier passiert ist, hat eine erhebliche Dimension.»

Augenzeugen der Explosion zeigten sich schockiert. Ein junger Mann erzählte am Unfallort, wie er im Auto fuhr und gegen 7.50 Uhr einen Knall hörte, eine Druckwelle spürte und eine Rauchwolke sah. «Auf einmal explorierte ein paar Autos vor mir etwas», sagte der 18-Jährige. Er habe sich sehr erschrocken. «Wenn ich daran denke, hoffe ich, sowas passiert nicht noch mal. Das war schlimm.»