Springreiter Deußer verpasst Weltcup-Sieg knapp

Ein «dämlicher Fehler» hat Daniel Deußer den Sieg beim Weltcup-Finale der Springreiter gekostet. Der Wahl-Belgier blieb in Göteborg vor 11 000 Zuschauern mit dem Wallach Cornet D'Amour in zwei Runden fehlerfrei - und wurde doch nur Dritter.

Springreiter Deußer verpasst Weltcup-Sieg knapp
Bjorn Larsson Rosvall Springreiter Deußer verpasst Weltcup-Sieg knapp

Den entscheidenden Abwurf hatte Deußer schon am Samstag kassiert. Weltcup-Gesamtsieger ist wie im Vorjahr der Schweizer Steve Guerdat, dieses Mal im Sattel des zehnjährigen Wallachs Corbinian.

Das starke Abschneiden der deutschen Starter verdeutlichten drei Reiter unter den Top 10 des Endklassements. «Ich bin super happy und zufrieden», sagte Bundestrainer Otto Becker: «Wie sie geritten sind, war präzise und klasse, auch wenn es mal einen unglücklichen Abwurf gab.» Zweitbester deutscher Starter war Marcus Ehning aus Borken, der mit Cornado auf Platz vier kam. Sechster wurde Christian Ahlmann aus Marl mit Taloubet.

Trotz des knapp verpassten Sieges strahlte Deußer. Angesichts der guten Platzierung konnte der Reiter sich bei der Wahl des Pferdes selbst gratulieren. «Das war genau die richtige Entscheidung», sagte der grinsende Deußer über den 13 Jahre alten Wallach Cornet D'Amour, dessen Start lange ungewiss war.

Deußer war sich nicht sicher, ob er seinen Schimmel beim schweren Final-Turnier mit drei Teilprüfungen einsetzen soll. «Er hat eine lange Pause gehabt», berichtete der Reiter. Danach habe er «nur kleinere Springen gehabt». Erst vor zwei Wochen beim Fünf-Sterne-Turnier im niederländischen 's-Hertogenbosch hatte er den Wallach erstmals wieder in einem schweren Großen Preis eingesetzt: «Da hat er mir sehr gut gefallen. Erst da habe ich mich entschieden, ihn im Finale zu reiten.»

Am Samstag hatte sich Deußer geärgert, weil er mit seinem Pferd einen Abwurf kassierte, das Stechen und damit eine bessere Platzierung verpasst hatte. «Das war ein dämlicher Fehler», sagte der in Mechelen lebende Profi.

Für Ehning war die Chance auf eine bessere Platzierung nach der ersten Runde der letzten Teilprüfung dahin. Ein Abwurf warf den bis dahin auf Platz zwei liegenden Reiter aus Borken zurück. «Das war ein teurer Fehler», sagte Ehning, der sonst Zweiter geworden wäre.

Christian Ahlmann hatte eine bessere Platzierung bereits beim Auftakt am Freitag vertan, als er mit Colorit aufs falsche Pferd gesetzt und zwei Abwürfe kassiert hatte. «Das war ein schlechter Start», kommentierte der Profi aus Marl: «Aber nachher ist man immer schlauer. Ich habe das Risiko gewählt.» Mit Taloubet zeigte er am Samstag und Montag eine klasse Vorstellung. Zwölfter wurde Marco Kutscher aus Bad Essen mit Chaccorina.

Lehrgeld zahlte Niklas Krieg. Der 22 Jahre alte Weltcup-Debütant schied nach drei Abwürfen in der ersten Runde am Ostermontag aus. «Er war besser, als das nackte Ergebnis es aussehen lässt», sagte Bundestrainer Becker: «Für das erste Mal hat er einen guten Job gemacht.»