Springreiter fallen bei EM auf Rang drei zurück

Nach der verlorenen Führung zeigten die deutschen Springreiter ernste Mienen. Vor der entscheidenden EM-Runde am Freitag ist das Gastgeber-Quartett auf Rang drei zurückgefallen - das erhoffte EM-Gold ist nach den Patzern von Meredith Michaels-Beerbaum und Christian Ahlmann in Gefahr.

Springreiter fallen bei EM auf Rang drei zurück
Uwe Anspach Springreiter fallen bei EM auf Rang drei zurück

Fast trotzig sagte Ahlmann: «Noch ist nichts verloren.» Er hofft auf eine Wende am folgenden Tag. Aber aus eigener Kraft ist kein Sieg mehr möglich. Das deutsche Team muss selber fehlerfrei bleiben und zudem auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Es führt Frankreich vor den Niederlanden. Auch Ludger Beerbaum meinte: «Alles ist noch möglich.» Der mit Chiara fehlerfrei reitende Routinier meinte: «Ich bin mir sicher, dass die letzte Runde noch schwerer wird. Wenn wir gut sind, ist das noch nicht zu Ende.»

Die gute Ausgangslage war am Donnerstag schnell vergeben. Schon bei der Vorbereitung gab es den ersten Schreck, denn Fibonacci verweigerte einen Übungssprung. Und auch im Parcours wirkten Meredith Michaels-Beerbaum und ihr Wallach längst nicht so souverän wie am Vortag. Am Wassergraben kassierte die 45-Jährige aus Thedinghausen vier Strafpunkte und setzte ihre Kollegen damit unter Druck.

«Fibonacci ist außergewöhnlich gesprungen, aber zu hoch, der Wasserfehler war dann mein Fehler», sagte die Reiterin. «Ich hatte die falsche Distanz, das war die falsche Entscheidung.» Die dreimalige Weltcupsiegerin gab zu: «Das ist nicht so einfach, das ist der Druck eines Championats.» Für den letzten Teil des Teamspringens am Freitag «müssen wir versuchen, wieder Ruhe reinzukriegen. Ich hoffe, dass es besser geht.»

Ähnlich wie der deutschen Start-Reiterin erging es Christian Ahlmann mit Taloubet. Einer Verweigerung auf dem Abreiteplatz mit dem 15 Jahre alten Hengst folgte ein Fehler im Parcours. «Das hat sicher nichts mit einer Verunsicherung zu tun», sagte der 40-Jährige aus Marl. «Ich hätte es einfach besser reiten müssen.» Ahlmann meinte, der Ritt war «rund um gut, bis auf den Fehler».

Besser machte es Ludger Beerbaum. Der 51-Jährige aus Riesenbeck behielt trotz des gewachsenen Drucks die Nerven und steuerte mit Chiara sicher über den Platz. Beerbaum blieb mit der zwölfjährigen Stute ohne Abwurf und verteidigten damit auch Platz zwei in der Einzelwertung.

«Heute war es nicht ganz so komfortabel wie gestern», kommentierte Beerbaum die für ihn schwierige Ausgangslage. Aber für ihn war eine solch schwierige Situation «nicht das erste Mal». Wichtiger sei «das Gefühl, das man auf dem Pferd hat, und das war gut».

Das galt wohl auch für Daniel Deußer. Der in Belgien lebende Hesse ritt als letzter Starter mit Cornet D’Amour ein. Er und der zwölf Jahre alte Wallach blieben ohne Fehler und verhinderten Schlimmeres. «Diese beiden Runden haben wir gebraucht», sagte Bundestrainer Otto Becker zu den Ritten von Beerbaum und Deußer.