Späte Tore verlängern Leverkusens Serie: 3:0 in Paderborn

Paderborns Trainer André Breitenreiter traute nach dem 0:3 (0:0) gegen Bayer Leverkusen seinen Augen nicht. «Als ich nach dem Spiel auf die Anzeigetafel gesehen habe, das war der pure Wahnsinn. Bis zur 73. Minute haben wir ein tolles Spiel abgeliefert», sagte Breitenreiter, nachdem er im Mittelkreis seine wacker gegen den Bundesliga-Abstieg kämpfenden Profis aufgemuntert hatte.

Späte Tore verlängern Leverkusens Serie: 3:0 in Paderborn
Oliver Krato Späte Tore verlängern Leverkusens Serie: 3:0 in Paderborn

Erst späte Treffer bescherten Bayer Leverkusen und Trainer Roger Schmidt an dessen alter Wirkungsstätte am Sonntag drei schmucklose Punkte im Champions-League-Rennen. Für den am Ende klaren Erfolg sorgten der eingewechselte Kyriakos Papadopoulos (73. Minute) und Heung-Min Son (84./90.+3). Nach dem vierten Pflichtspielsieg ohne Gegentor in Serie ist Bayer Tabellenvierter der Fußball-Bundesliga.

«Es war kein Spiel auf höchstem Niveau. Wir haben keinen besonderen Fußball gespielt, aber nach hinten raus haben wir noch einmal Qualität bewiesen», sagte Schmidt, dessen Ex-Club nach drei Niederlagen ohne eigenen Treffer Relegationsplatz 16 belegt.

14 905 Zuschauer, unter ihnen der wegen Knieproblemen geschonte Bayer-Kunstschütze Hakan Calhanoglu, sahen eine über weite Strecken schwache erste Halbzeit. Die aufregendste Nachricht kam noch von der Auslosung für den DFB-Pokal, wo Leverkusen im Viertelfinale im DFB-Pokal am 7./8. April Bayern München zum Schlagerspiel erwartet. «Die anderen Sechs sind wahrscheinlich happy, dass wir gegen die Bayern spielen», sagte Sportdirektor Rudi Völler im TV-Sender Sky.

Mit dem Spiel und dem Ergebnis war Völler zufrieden: «3:0 - da wollen wir heute mal nicht meckern. Wir waren geduldig. Je länger das Spiel gedauert hat, hat man gemerkt, dass wir die bessere Mannschaft waren», sagte Völler. Der Favorit hatte vor der Pause seine einzige Aktion in der Offensive bereits nach 45 Sekunden: SC-Abwehrspieler Michael Heinloth blockte eine scharfe Hereingabe von Karim Bellarabi am Fünfmeterraum ab.

Danach tat sich der Achtelfinalist der Champions League gegen die engagiert zu Werke gehenden, aber spielerisch limitierten Gastgeber sehr schwer. Mehr Aufregung gab es zunächst sogar vor dem Bayer-Tor. Der herausgeilte Schlussmann Bernd Leno tippte Moritz Stoppelkamp den Ball noch vom Fuß (39.), dann parierte der Keeper einen Freistoß von Alban Meha (42.). Der Aufsteiger wirkte nach den jüngsten beiden Pleiten mit 0:8-Toren keineswegs entmutigt, demonstrierte allerdings auch, warum er in diesem Jahr erst in einer Partie getroffen hat.

Nach einem Eckball verpasste der alleingelassene Stefan Kutschke mit dem Kopf die Kugel (55.). Vier Minuten später wartete der Stürmer in bester Position mit dem Abschluss und legte noch einmal quer, auch Süleyman Koc schoss nicht - dann war die gute Chance dahin.

Die Leverkusener fanden weiterhin keinen Weg, sich aus dem Spiel heraus eine Torchance zu erarbeiten. So fiel die Führung folgerichtig nach einem ruhenden Ball: Der in der 56. Minute eingewechselte Papadopoulos köpfte einen Freistoß von Gonzalo Castro ins Netz. Es war die erste Bayer-Chance der zweiten Halbzeit. Son machte mit seinen Saisontoren neun und zehn dann alles klar. «Jetzt haben wir endlich wieder gute Wochen, und das ist gut für das Selbstbewusstsein. Aber man sollte die Latte nun nicht zu hoch hängen», bilanzierte Bellarabi.

Ballbesitz in %: 41,1 - 58,9

Torschüsse: 9 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 54,3 - 45,7

Fouls: 15 - 17

Ecken: 9 - 8

Quelle: optasports.com