Staatsanwalt hält Brandstiftung als Explosionsursache für möglich

Nach der verheerenden Gasexplosion im rheinland-pfälzischen Harthausen wird in alle Richtungen ermittelt. Die Ursache war am Montag noch unklar.

Staatsanwalt hält Brandstiftung als Explosionsursache für möglich
Foto Lenz Schifferstadt Staatsanwalt hält Brandstiftung als Explosionsursache für möglich

«Ich schließe nichts aus, halte auch eine Brandstiftung für möglich», sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Hubert Ströber. Auch die Polizei hatte Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Medienberichten zufolge war der Inhaber der Gasfirma, auf deren Gelände sich die Explosion ereignete, vor dem Brand in sozialen Netzwerken bedroht worden. «Dem gehen wir nach», sagte Ströber, wollte aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben machen. Auch ob bereits wegen einer Straftat ermittelt wird, wollte er nicht sagen.

Auf dem Hof der Firma war am Samstagmorgen mindestens ein Lastwagen in Brand geraten. Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr explodierte ein Gastank. Die Hitze verletzte 16 Feuerwehrleute an Haut und Atemwegen. Die Druckwelle der Explosion war so stark, dass Gastanks mehrere hundert Meter weit flogen. Weil weitere Explosionen drohten, wurde der Ort aus Sicherheitsgründen komplett geräumt. Die rund 3000 Bewohner durften am frühen Sonntagnachmittag in ihre Wohnungen zurückkehren.   

Am Montag nahmen die Ermittler nach Ströbers Angaben den Brandort unter die Lupe, auch ein Sachverständiger sollte sich ein Bild der Lage machen. Zur möglichen Dauer der Untersuchungen wollte Ströber keine Prognose abgeben. Er wies dabei auch auf die Lage am Brandort hin. Es sei nicht einfach, dort Spuren auszumachen. Wie lange die bestehenden Sperrungen aufrechterhalten blieben, werde davon abhängen, was die Begehung des Tatorts erbringe.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin sollten die Gastanks, die wegen der Explosion durch die Luft geflogen waren, noch am Montag abtransportiert werden. Zudem würden die gesperrten Landstraßen wieder geöffnet. Einer der Gastanks, die durch die Luft geschleudert worden waren, landete auf einem Acker, ein anderer in einer Halle direkt neben einem Wohnhaus. Mindestens ein Dutzend Gebäude in dem Ort wurden infolge der Druckwelle beschädigt. Nach Schätzung der Polizei geht der Schaden in die Millionen.