Staatsanwältin: Diren hat um sein Leben gefleht

Der im April im US-Bundesstaat Montana erschossene Hamburger Austauschschüler Diren hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft unmittelbar um sein Leben gefleht.

«No, no, no, no, please! Mit diesen Worten bettelte er um sein Leben. Aber es wurde ausgelöscht», sagte Staatsanwältin Jennifer Clark am Donnerstag zu Beginn der Hauptverhandlung in der Stadt Missoula. Nachbarn hätten von drei Schüssen berichtet und erst nach einer kurzen Pause von einem vierten. «Da war keine Panik beim Schützen.»

Der 17-jährige Diren war durch die Schüsse eines Mannes gestorben, in dessen Garage der Jugendliche eingedrungen war. Dem 30-Jährigen wird Mord vorgeworfen, er selbst beruft sich aber auf Notwehr. Er habe vor dem Unbekannten Angst um sich und seine Familie gehabt.

«Sie haben nach zwei Einbrüchen einem Dieb eine Falle gestellt und es sogar vorher angekündigt», sagte Clark über das Ehepaar. «Er sagte, er warte nur darauf, ein paar Jugendliche abzuknallen. Und er sagte es mit Wut, nicht Angst.»

Verteidiger Paul Ryan beteuerte jedoch, das Ehepaar habe schlicht Angst gehabt, vor allem um ihren zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Jahr alten Sohn. «Sie wurden zweimal bestohlen und die Polizei hat es nicht interessiert. Und sie mussten sich fragen, ob die nächsten Einbrecher nicht bewaffnet sind. Sie haben um ihr Leben gefürchtet.»

Der Vorwurf, eine Falle gestellt zu haben, sei absurd gewesen. «Sie waren beide Raucher und sie haben wegen des Babys in der Garage geraucht. Nur deshalb stand sie ein Stück offen.» Ryan räumte auch ein, dass sein Mandant Marihuana geraucht habe. «Aber das ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens.» Ryan schilderte die Ehefrau als treibende Kraft, sie habe die Garage mit Bewegungsmeldern versehen wollen und war die Misstrauische. Die Frau ist aber nicht angeklagt.