Stadt-Mitarbeiter wegen tödlichen Baumunfalls vor Gericht

Vor einem Jahr stürzte in Trier ein maroder Kastanienbaum um und erschlug eine 70-Jährige. Deswegen muss sich seit heute ein Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes vor dem Amtsgericht Trier verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Er hätte den Tod der Frau und die schwere Verletzung eines weiteren Fußgängers verhindern können, wenn er den rund 18 Meter hohen Baum eingehend untersucht und die Fällung angeordnet hätte, sagte Staatsanwalt Arnold Schomer.

Die etwa 90 Jahre alte Kastanie war im November 2012 am Rande eines kleinen Parks in der Innenstadt umgefallen. Ein heute 59-jähriger Fußgänger wurde schwer verletzt, eine Schülergruppe nur knapp verfehlt. Die Anklage wirft dem Gärtnermeister vor, dass er nach dem Hinweis seines Mitarbeiters vom Juli 2012 auf den schlechten Zustand der Kastanie keine zweite, eingehende Kontrolle gemacht hatte.

«Ich habe die Priorität nicht gesehen, sonst hätte ich den Baum früher untersucht», sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe zum Zeit des Unglücks etwa 100 Bäume auf der Liste gehabt, die er wegen Schäden eingehend untersuchen sollte. «Seit Jahren sagen wir, dass die Menge der Aufgaben mit dem Personal nicht zu leisten ist», sagte der 53-Jährige.