Standardaktien unbeirrt auf Rekordjagd trotz US-Feiertag

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben ihre Rekordjagd fortgesetzt. Der Dax setzte bei 9399 Punkten eine neue Höchstmarke, im MDax mittelgroßer Werte wurde die Latte auf 16 312 Punkte hochgesetzt.

Am Nachmittag verteidigte der deutsche Leitindex Dax noch ein Plus von 0,20 Prozent auf 9385 Punkte, der MDax stand 0,20 Prozent höher bei 16 287 Punkten. Der TecDax gewann 0,13 Prozent auf 1151 Punkte und Europas Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,33 Prozent auf 3093 Punkte.

Angesichts des «Thanksgiving»-Feiertages in den USA sind die Börsen in Europa auf sich selbst angewiesen und im daher ruhigen Geschäft fehlen wichtige Anleger. Die Stimmung bleibt aber optimistisch, gestützt durch positiv aufgenommene Konjunkturdaten. Die Wirtschaftsstimmung in Europa stieg im November auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren, Spanien kämpfte sich mit dem ersten Wachstum seit neun Quartalen aus der Rezession. Der stagnierende deutsche Arbeitsmarkt fiel nicht ins Gewicht. Auch von den Verbraucherpreisen kam kein Störfeuer. Für Helaba-Analyst Ulrich Wortberg ist die höher als erwartete Inflation aber nicht zuträglich für Spekulationen über weitere geldpolitische Lockerungen der EZB.

Bei ruhiger Nachrichtenlage bewegten vor allem Analystenstudien: Tagessieger im Dax waren Commerzbank-Aktien mit plus 2,47 Prozent. Evonik-Titel waren nach einer positiven Berenberg-Studie bester MDax-Wert mit einem Aufschlag von 2,86 Prozent. Am Ende des Index standen dagegen Norma-Titel bei minus 1,52 Prozent nach einer Abstufung der DZ Bank.

Die Aktie der Deutschen Bank stieg um 1,46 Prozent. Der deutsche Branchenprimus verhandelt laut «Financial Times» mit Permira über den Verkauf des verlustbringenden Teils der britischen Vermögensverwaltung. Tilney Investment Management könnte unterrichteten Kreisen zufolge vor Weihnachten abgegeben werden. Der Stromversorger Eon will sich laut «Handelsblatt» im Zuge des Konzernumbaus weitgehend aus dem italienischen Markt zurückziehen.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,40 (Vortag: 1,38) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 133,85 Punkte. Der Bund-Future trat mit minus 0,01 Prozent auf 141,59 Punkte zuletzt eher auf der Stelle. Der Eurokurs gab etwas nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3592 (1,3596) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7355) Euro.