Starke US-Jobdaten geben Dax-Erholung Schwung

Starke Arbeitsmarktdaten aus den USA haben kräftig zur Erholung an den deutschen Börsen beigetragen. Der Dax legte um 2,24 Prozent auf 9629,66 Punkte zu, nachdem er sich bereits am Vortag wieder etwas berappelt hatte.

Starke US-Jobdaten geben Dax-Erholung Schwung
Fredrik Von Erichsen Starke US-Jobdaten geben Dax-Erholung Schwung

Auf Wochensicht schmolz das Minus angesichts der Ungewissheit um die Folgen der Brexit-Entscheidung letztlich auf 1,5 Prozent zusammen.

Laut Helaba-Analyst Christian Schmidt bleibt der Aktienmarkt ungeachtet der US-Jobdaten angeschlagen. Zwischenzeitliche Erholungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, warnte er. Auch Börsenexperte Daniel Saurenz sah die jüngste Erholung «auf wackeligen Beinen».

Der MDax gewann am Freitag 1,63 Prozent auf 19 720,74 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,78 Prozent auf 1610,20 Zähler. Europaweit bot sich ein ähnliches Bild: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 2,08 Prozent auf 2838,01 Punkte an, die Börsen in London und Paris legten deutlich zu. Auch in den USA gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 1 Prozent.

In der weltgrößten Volkswirtschaft hatte sich der Arbeitsplatz-Aufbau im vergangenen Monat im Vergleich zum schwachen Mai stark beschleunigt. Zudem waren mit 287 000 Jobs erheblich mehr Stellen geschaffen worden als erwartet. Analysten waren im Schnitt von 180 000 ausgegangen. Die Arbeitslosenquote stieg zwar an, allerdings nahm auch die Erwerbsquote zu. Es gingen also wieder mehr Bewerber auf Stellensuche.

Die im Zuge des Brexit-Votums und der italienischen Bankenkrise wieder kräftig unter die Räder geratenen Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank verabschiedeten sich versöhnlich ins Wochenende. Die Papiere der Commerzbank gewannen 5,78 Prozent, diejenigen des heimischen Branchenprimus 2,80 Prozent. Beide hatten am Mittwoch neue Rekordtiefstände erreicht. Dax-Favorit waren die Aktien von Thyssenkrupp mit plus 6,47 Prozent.

Die Aktien der Autobauer Daimler, Volkswagen und BMW stiegen zwischen 3,6 und und 4,3 Prozent. Händler verwiesen auf gute Nachrichten aus China. Dort beschleunigte sich das Wachstum des Automarktes dank Steuer-Erleichterungen und einer hohen Nachfrage nach City-Geländewagen (SUV) weiter.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 144,32 Punkte. Der Bund Future legte um 0,17 Prozent auf 167,88 Punkte zu. Der Kurs des Euro geriet nach der Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten unter Druck und wurde zuletzt bei 1,1038 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1070 (Donnerstag: 1,1080) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9033 (0,9025) Euro.