Starker Euro und Vertriebsprobleme bremsen Adidas

Bei seiner Jagd nach neuen Umsatz- und Gewinnrekorden hat Europas größter Sportartikelhersteller Adidas mit heftigem Gegenwind zu kämpfen.

Neben dem starken Euro und Vertriebsproblemen in Russland habe das schwache Golfgeschäft die Unternehmenszahlen im dritten Quartal gedrückt, berichtete Vorstandschef Herbert Hainer. Auch im kriselnden Südeuropa laufen die Geschäfte nicht mehr so gut.

Für das letzte Quartal rechnet der Adidas-Chef aber wieder mit einem kräftigen Umsatzschub; dann laufe das vielversprechende Geschäft mit Trikots, Fußbällen und anderen Fanartikeln zur Fußball-WM 2014 in Brasilien an. Adidas ist nach eigenen Angaben Sponsor von insgesamt neun Nationalmannschaften, mit deren Teilnahme an dem internationalen Turnier zu rechnen sei.

Im dritten Quartal war der Umsatz nach Hainers Angaben um sieben Prozent auf 3,88 Milliarden Euro gesunken. Ohne Währungseffekte wären die Erlöse des weltweit operierenden Konzern allerdings unverändert geblieben. Auch die von Juli bis Ende September erwirtschafteten Gewinne lagen deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum: Unter dem Strich blieb für die Anteilseigner ein Überschuss von 316 Millionen Euro - und damit 8,0 Prozent weniger als im dritten Quartal 2012.

Trotz des Umsatzrückgangs um 4,3 Prozent auf 11,01 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten hält der Vorstandschef an seiner kürzlich gesenkten Gesamtjahresprognose fest. Demnach rechnet der Adidas-Vorstand währungsbereinigt für 2013 mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich. Der Nettogewinn werde auf 820 bis 850 Millionen Euro steigen. Dies wären noch immer Rekordergebnisse.

Inzwischen seien auch Probleme im russischen Adidas- Vertriebszentrum in der Nähe von Moskau gelöst. Dort hatten nach Hainers Angaben Kunden wegen Managementproblemen nicht pünktlich und im gewünschten Umfang beliefert werden können.

Adidas habe dadurch millionenschwere Umsatzeinbußen verbucht. Das Golfgeschäft wiederum sei durch das schlechte Wetter im Frühjahr belastet gewesen. Die Golfumsätze seien noch im dritten Quartal um 16 Prozent gesunken.

Inzwischen hinterlassen auch die wirtschaftlichen Probleme in Südeuropa ihre Spuren in der Adidas-Bilanz. So verringerte sich der währungsbereinigte Umsatz in Westeuropa in den ersten neun Monaten um 8 Prozent - vor allem Briten, Spanier und Italiener griffen seltener als im Vorjahr zu Adidas-Trikots und Sportschuhen. Auch in Nordamerika schrumpft der währungsbereinigte Umsatz leicht. Rund laufen die Adidas-Geschäfte dagegen in China und Lateinamerika.