Starker Konsum: Deutsche Wirtschaft hält Wachstumstempo

Die Ausgaben des Staates für Flüchtlinge und die Konsumlust der Verbraucher halten die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Die Konsumfreude der deutschen Verbraucher bleibt eine wichtige Konjunkturstütze.
Carsten Rehder Die Konsumfreude der deutschen Verbraucher bleibt eine wichtige Konjunkturstütze.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vierten Quartal 2015 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit bestätigten sich erste Schätzungen der Statistiker, die mit einem Wachstum in diesem Bereich gerechnet hatten. Im Gesamtjahr legte die deutsche Wirtschaft um 1,7 Prozent zu. "Die konjunkturelle Lage in Deutschland war damit im Jahr 2015 durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet", erklärte die Behörde. Im dritten Quartal war die Wirtschaft ebenfalls real um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Zu Jahresbeginn und im Frühjahr waren es demnach jeweils 0,4 Prozent.

Wachstumsimpulse kamen von Oktober bis Dezember vor allem aus dem Inland: Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben deutlich - unter anderem, weil er für die Versorgung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge viel Geld in die Hand nehmen muss. Viele Volkswirte werten die Zuwanderung von Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan als Konjunkturprogramm - auch mit Blick auf 2016. Auch die Konsumfreude der Verbraucher kurbelte das Wachstum an. Die Inflation ist vor allem wegen des Ölpreisverfalls niedrig, das entlastet die Budgets der Verbraucher. Auch für die kommenden Monate rechnen Ökonomen mit einer weiter moderaten Entwicklung der Verbraucherpreise. Im Januar legte die Teuerung nur leicht auf 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu.