Stegner: Albig vertritt Minderheitsmeinung in SPD

Mit seinem Lob für Kanzlerin Angela Merkel und seinen Zweifeln an den Siegchancen der SPD bei der Bundestagswahl 2017 stößt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig auf Widerspruch in den eigenen Reihen.

Stegner: Albig vertritt Minderheitsmeinung in SPD
Bodo Marks Stegner: Albig vertritt Minderheitsmeinung in SPD

«Bei aller Übereinstimmung, die wir sonst haben: In der Frage bin ich wirklich anderer Auffassung und die SPD insgesamt auch», sagte der SPD-Bundesvize und Landesvorsitzende Ralf Stegner der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen natürlich immer den Anspruch haben, die Regierung zu führen.»

Albig hatte in einem NDR-Interview erklärt, es sei schwer, gegen diese Bundeskanzlerin zu gewinnen. Daher könne auch eine bloße Regierungsbeteiligung Wahlziel für seine Partei sein. Merkel sei eine gute Kanzlerin.

Natürlich habe Albig damit Recht, dass die Kanzlerin populär und schwer zu schlagen sei, sagte Stegner. «Aber es kann ja nicht unser Ziel sein, mit den Grünen darum zu wetteifern, wer der nächste Juniorpartner der Union wird.» Die Umfragen sähen im Moment nicht günstig für die SPD aus, sagte Stegner. «Aber das heißt ja nicht, dass es nicht besser werden kann. Und dafür muss man kämpfen», sagte Stegner. Bei ihm seien auf Albigs Aussagen «temperamentvolle Rückmeldungen» aus dem Land und dem Bund eingegangen.