Steinmeier ruft Israelis und Palästinenser zu Friedensgesprächen

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Sonntag in Jerusalem Gespräche über die angespannte Lage in Nahost aufgenommen.

Bei einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Avigdor Lieberman rief er Israelis und Palästinenser zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

US-Außenminister John Kerry habe ihm bei einem Telefongespräch versichert, er suche nach Möglichkeiten einer Rückkehr zu den im April abgebrochenen Friedensgesprächen, sagte Steinmeier. Dies sei «der einzige Weg». Wichtig sei, dass in der Zwischenzeit von beiden Seiten «möglichst alles unterlassen wird, was dem Erfolg eines solchen Bemühens entgegensteht».

Lieberman betonte allerdings, es werde in der Frage des Siedlungsausbaus im arabischen Ostteil Jerusalems keine Kompromisse geben. Der Bau in den jüdischen Vierteln in Jerusalem werde weitergehen.

Lieberman lobte die «ausgewogene und verantwortungsvolle Einstellung Deutschlands in dem Konflikt in der Region». Deutschland sei «einer unserer engsten Freunde».

Steinmeier trifft auch Staatspräsident Reuven Rivlin, Chefunterhändlerin Zipi Livni und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. In Israel und den Palästinensergebieten ist es in den vergangenen Wochen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und einer Serie von Anschlägen gekommen. Auslöser dafür war unter anderem ein Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist.