Steinmeier sieht Deutschland in Afrika stärker in der Pflicht

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht Deutschland auf dem afrikanischen Kontinent stärker in der Pflicht. «Wir müssen uns Afrika neu stellen», sagte Steinmeier bei einem Besuch in Ruanda.

In der Bundesrepublik gelte Afrika immer noch als «Kontinent der Krisen und Konflikte», was aber nicht überall der Wahrheit entspreche. Deutschland habe über die Wirtschaft hinaus ein Interesse an engeren Beziehungen.

Steinmeier verwies unter anderem auf die deutsche Hilfe für Friedensmissionen. Zugleich lobte er Ruanda vor einem Treffen mit Staatspräsident Paul Kagame als einen der afrikanischen «Orte der Stabilität».

Zum Abschluss des Aufenthalts in der Hauptstadt Kigali stand ein Besuch im nationalen Gedenkzentrum auf dem Programm, das an den Völkermord in Ruanda 1994 erinnert. Damals wurden bei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen mehr als 800 000 Menschen von Milizen getötet.

Ruandas Außenministerin Loiuse Mushikiwabo appellierte mit Nachdruck an Deutschland, in Afrika mehr Verantwortung zu übernehmen. Deutschland sollte als weltweit «wichtiger Player» auch in Afrika eine größere Rolle spielen, sagte die Ministerin. «Wir sehen in Europa nur drei Staaten: Großbritannien, Frankreich und Belgien. Deutschland ist schon hier, aber nicht genug.» Die Entscheidung über eine stärkere militärische Präsenz liege jedoch allein bei Deutschland selbst.