Steinmeier verurteilt Gas-Angriff in Aleppo

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den mutmaßlichen Chlorgas-Einsatz in der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo in scharfer Form kritisiert.

Steinmeier verurteilt Gas-Angriff in Aleppo
Alexandra Wey Steinmeier verurteilt Gas-Angriff in Aleppo

«Wir verurteilen den Einsatz international geächteter Waffen - seien es chemische Waffen oder Fassbomben - auf das Schärfste und fordern alle Konfliktparteien auf, ihr Möglichstes zu tun, um die syrische Zivilbevölkerung zu schützen», sagte Steinmeier der «Welt am Sonntag». «Das, was zurzeit in Aleppo geschieht, ist eine neue Eskalationsstufe in den fünfeinhalb Jahren des syrischen Bürgerkriegs. Nun erreichen uns erneut Berichte über den Einsatz von Chlorgas gegen unschuldige Männer, Frauen und Kinder.»

Nach unbestätigten Berichten von Aktivisten in Aleppo warfen Armee-Hubschrauber am Mittwoch Behälter mit der ätzenden und potenziell tödlichen Chemikalie über der Stadt ab. Mindestens drei Menschen seien an den Folgen gestorben.

Steinmeier sagte, die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, «wie die so dringlich gebotene humanitäre Hilfe unter Aufsicht der Vereinten Nationen nach Aleppo geliefert werden kann, wie also humanitäre Zugänge geschaffen werden können». Am Montag werde er bei seinem Besuch in Russland darüber mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sprechen.