Österreich in Hochstimmung - Spanien rehabilitiert

Die WM-Versager aus England dürfen schon mit den Reiseplanungen für die EURO 2016 beginnen und auch in Österreich herrscht herbstliche Fußball-Hochstimmung.

Dank des 1:0 gegen Montenegro durch ein Tor von «Löwen»-Stürmer Rubin Okotie bleiben die Austria-Kicker weiter ungeschlagenen und eroberten in der Gruppe G mit sieben Punkten den Spitzenplatz. «Die Tabelle sieht natürlich jetzt sehr gut aus, wir stehen zumindest für einen Monat da oben», stellte Trainer Marcel Koller zufrieden fest.

Noch nie hat Österreich eine EM-Ausscheidung überstanden. Die einzige Endrunden-Teilnahme gab es 2008 als Gastgeber. Doch mit den Erfolgen wächst der Glaube an eine erfolgreich EURO-Mission. Immerhin ist das Koller-Team nun schon seit acht Länderspielen unbezwungen. «Das war eine mannschaftlich ausgezeichnete Leistung. So können wir gegen jeden bestehen», sagte Kapitän Christian Fuchs vom Bundesligisten Schalke 04. Den Beweis können die Österreicher am 15. November antreten: Dann kommt es zum Topspiel gegen den Gruppenzweiten Russland (5), der beim 1:1 gegen Moldawien patzte.

«Es ist schön, dass wir Erster sind. Es kommen zwar noch schwere Spiele, aber wir sind bereit», erklärte Matchwinner Okotie. Der Profi vom TSV 1860 München, der in dieser Zweitliga-Saison schon sechsmal traf, wähnte sich nach seinem traumhaften Comeback mit dem ersten Länderspieltor im siebten Einsatz wie in einem Märchen. «Ich fühle mich unglaublich. Privat und sportlich läuft es derzeit bei mir wunderbar, besser kann es nicht sein», sagte der 27-Jährige.

Weniger euphorisch hakte Englands Teamchef Roy Hodgson das 1:0 in Estland ab, obwohl sich die Insel-Kicker mit nunmehr neun Punkten aus drei Spielen als Spitzenreiter der Gruppe E in einer komfortablen Ausgangsposition befinden. «Wir hätten höher gewinnen müssen. Wir hatten so viele Chancen - und haben sie alle vergeben», moserte Hodgson.

Der Dank galt daher Wayne Rooney, der die «Three Lions» mit einem Freistoß in der 73. Minute erlöste. «Das war ein unglaublich wichtiges Tor, denn wir waren schon leicht frustriert», meinte Hodgson. In den Himmel loben wollte er seinen Kapitän deshalb aber nicht: «Wayne ist sehr glücklich. Aber ich glaube nicht, dass er jetzt denkt, er hätte uns gerettet. Immerhin hätte er mehr Tore schießen können.»

Für Rooney war es bereits der 43. Treffer im Nationaltrikot, Diego Costa erzielte bei Spaniens 4:0-Pflichtsieg in Luxemburg erst sein erstes Länderspieltor für den Ex-Weltmeister. «Costa fällt eine Last von den Schultern», titelte die Zeitung «As».

Trainer Vicente del Bosque lobte den gebürtigen Brasilianer, der sich vor einem Jahr für die spanische Nationalmannschaft entschied, in den höchsten Tönen: «Diego Costa gibt wirklich alles. Er will sich damit für unsere Unterstützung bedanken. Wenn ein Spieler mit so viel Enthusiasmus auftritt wie er heute, dann bekommt er auch das, was er verdient.»

Mit sechs Zählern sind die Spanier als Zweiter in der Gruppe C wieder auf Kurs. «Der Kantersieg ist das beste Heilmittel gegen den Kummer», schrieb «El País». Mannschaft der Stunde bleibt aber die Slowakei (9), die dem Coup gegen «La Roja» ein 3:1 in Weißrussland folgen ließ und eine weiße Weste aufweist.

Das Team um Doppeltorschütze Marek Hamšík, der in der italienischen Serie A beim SSC Neapel sein Geld verdient, darf nach dem Traumstart in die Qualifikation auf die erstmalige EM-Teilnahme hoffen. «Um Erfolge zu feiern wie wir momentan, braucht man eine gute Mannschaft. Wir haben gute Spieler, die in der Lage sind, Spiele zu gewinnen», lobte Trainer Jan Kozák sein Team.