Österreicherin Fenninger im Alpin-Gesamtweltcup vorn

So dürfte sich Österreichs Alpin-Überfliegerin Anna Fenninger das vorgestellt haben: Tagessieg, Führungswechsel im Gesamtweltcup - und obendrein ließ ihre große Rivalin mächtig Punkte.

Österreicherin Fenninger im Alpin-Gesamtweltcup vorn
Pontus Lundahl Österreicherin Fenninger im Alpin-Gesamtweltcup vorn

Bei Fenningers Riesenslalom-Sieg am Freitag im schwedischen Åre kam Tina Maze aus Slowenien nicht über Rang 20 hinaus. Damit musste sie Platz eins in der Gesamtwertung an Fenninger abgeben. Mit 45 Zählern Vorsprung auf Maze blickt die Titelverteidigerin aus der Vorsaison jetzt den letzten fünf Weltcup-Rennen des WM-Winters entgegen. Auch die Riesentorlauf-Disziplinwertung führt sie an.

«Ich wusste nicht, was Tina machen würde. Aber es war in jedem Fall sehr wichtig zu gewinnen», bilanzierte die 25-Jährige nach ihrem 13. Saisonsieg. «Die Weltcupführung ist schön, aber es ist noch nicht vorbei.» Zweite in Åre wurde die Italienerin Nadia Fanchini, Dritte Fenningers Teamkollegin Eva-Maria Brem. Die einzige deutsche Starterin, Simona Hösl, verpasste den Finaldurchgang. Viktoria Rebensburg, die bei der WM in den USA im Februar noch Silber in dieser Disziplin gewonnen hatte, fehlt bis zum Saisonende verletzt.

Trotz einer alles andere als perfekten Fahrt hatte Fenninger schon nach dem ersten Lauf geführt. «Ich habe mir gedacht: Nach dem Fehler bin ich mindestens eine Sekunde hinten. Zum Glück hat mich mein Gefühl getäuscht», sagte die Doppel-Weltmeisterin der US-Titelkämpfe. Konkurrentin Maze lag zwischenzeitlich auf Rang sechs und hatte auf Fenninger bereits mehr als eine Sekunde Rückstand. Im zweiten Durchgang baute sie noch mehr ab und stand enttäuscht im Zielraum.

Neben Fenninger erreichten vier weitere Österreicherinnen das Finale der besten 30 - deutsche Athletinnen suchte man dagegen vergeblich. Die einzige, die nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Podiumskandidatin Rebensburg und WM-Teilnehmerin Veronique Hronek überhaupt noch am Start stand, war Hösl. Die 22-Jährige schaffte es aber trotz guter Eindrücke jüngst im Training nicht ins Finale. Platz 40 aus dem ersten Durchgang war zu wenig fürs Weiterkommen.

«Das ist schon eine kleine Enttäuschung. Sie schafft es einfach nicht, die guten Leistungen aus dem Training ins Rennen zu bringen», kritisierte Damen-Bundestrainer Markus Anwander. «Es wäre von den Möglichkeiten und Bedingungen leicht machbar gewesen, sich für den zweiten Durchgang zu qualifizieren.» Mit nur einer Athletin am Start stehe man sowieso «relativ blank da», konstatierte er. Immerhin: Für den Slalom am Samstag sind fünf deutsche Frauen gemeldet. Darunter ist auch Lena Dürr, die vor drei Wochen mit Platz fünf in Maribor für das beste Ergebnis der Torlauf-Damen in der gesamten Saison sorgte.