Stockschläge für deutsche Graffiti-Sprüher in Singapur

Wegen Graffiti-Sprühens in Singapur werden zwei junge Männer aus Leipzig mit drei Stockschlägen und neun Monaten Gefängnis bestraft. Das Urteil solle auch als Abschreckung dienen, sagte Richter Liew Thiam Leng in dem südostasiatischen Stadtstaat.

Die 21 und 22 Jahre alten Männer zeigten vor Gericht vergeblich Reue: «Dies ist die dunkelste Episode in meinem Leben», sagte der Ältere vor Gericht. «Ich ärgere mich wegen dieser dummen Tat über mich selbst.» Der Jüngere meinte: «Ich verspreche, nie wieder so etwas zu tun. Ich muss mich nicht nur bei Ihnen, sondern auch bei meiner Familie entschuldigen, die ich so beschämt habe.»

Die beiden waren im November vergangenen Jahres in ein U-Bahn-Depot in dem wohlhabenden Stadtstaat eingedrungen und hatten einen Waggon mit Graffiti besprüht. Sie flohen nach Malaysia, wurden aber zwei Wochen später gefasst. Singapur legt großen Wert auf seinen Ruf als saubere und ordnungsliebende Oase in Asien und verfolgt alle Verstöße gegen die Gesetze mit drakonischen Strafen.

Die Prügelstrafe wird im Changi-Gefängnis vollstreckt, im Beisein eines Arztes. Ein Wärter schlägt mit einem feuchten Peddigrohrstock auf den nackten Po. Die Nieren werden zum Schutz abgedeckt. Die Leipziger waren schon 14 Wochen in Untersuchungshaft. Die Zeit wird angerechnet. Demnach dürften die beiden im August abgeschoben werden.

Mit Anwalt Christopher Bridges wollten sie kommende Woche entscheiden, ob sie in Berufung gehen. Allenfalls könnte damit die Haftzeit reduziert werden, die Stockschläge schreibt das Gesetz bei Vandalismus zwingend vor.