Stoltenberg: Nato-Raketen nicht gegen Russland gerichtet

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat versichert, dass das Raketenabwehrsystem des Bündnisses nicht gegen Russland gerichtet sei.

Stoltenberg: Nato-Raketen nicht gegen Russland gerichtet
Bogdan Cristel Stoltenberg: Nato-Raketen nicht gegen Russland gerichtet

«Die Nato-Raketenabwehr untergräbt oder schwächt Russlands nukleare Abschreckung in keiner Weise», sagte Stoltenberg bei der Einweihung der ersten Raketen-Abschussbasis im rumänischen Deveselu.

Er bestritt, dass das Nato-System russische Raketen abwehren könne. «Es sind zu wenige Raketen, und sie sind zu weit südlich oder zu nah an Russland stationiert, als dass sie russische Interkontinental-Raketen treffen könnten.»

Russland befürchtet, dass die Raketenabwehr der Nato das nukleare Gleichgewicht mit dem Westen Westen gefährdet. Das Bündnis baut das Verteidigungssystem bereits seit 2010 auf. Gespräche über eine Einbindung Russlands scheiterten. Die USA sehen das System vor allem als Schutz vor Mittelstreckenraketen aus dem Iran.

Die Abwehrstation in Deveselu wurde von den Amerikanern im Alleingang aufgebaut und kostete 800 Millionen US-Dollar (700 Millionen Euro). Auf dem Nato-Gipfel in Warschau im Juli soll sie der Nato unterstellt werden. Das sogenannte «Aegis»-System kann Mittelstreckenraketen eines Angreifers außerhalb der Erdatmosphäre zerstören. Zu dem Abwehrsystem gehören auch eine Radarstation in der Türkei und vier US-Schiffe mit Abwehrraketen. Der erste Spatenstich für eine zweite Abschussbasis soll am Freitag in Polen erfolgen.