Stoltenberg: Türkei beantragt keine zusätzliche Nato-Präsenz

Die Türkei fordert von den Nato-Partnern vorerst keine weitreichende Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Stoltenberg: Türkei beantragt keine zusätzliche Nato-Präsenz
Tolga Bozoglu Stoltenberg: Türkei beantragt keine zusätzliche Nato-Präsenz

«Die Türkei hat nicht um zusätzliche militärische Nato-Präsenz in der Türkei gebeten», sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem von der Regierung in Ankara beantragten Sondertreffen in Brüssel. Er verwies dabei darauf, dass die Türkei über «sehr fähige Streitkräfte» verfüge. «Das ist die zweitgrößte Armee in der Allianz», erklärte Stoltenberg.

Das Sondertreffen des Militärbündnisses war von Ankara unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt worden. Dieser sieht Konsultationen vor, wenn ein Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht sei. In den Türkei hatte es zuvor mehrere Terroranschläge mit Dutzenden Toten gegeben.

In ihrer gemeinsamen Erklärung zu dem Treffen betonen die Nato-Staaten in allgemeiner Form, dass sich die Türkei auf die Solidarität der Bündnispartner verlassen könne. «Terrorismus stellt eine direkte Gefahr für die Sicherheit der Nato-Staaten dar», heißt es dort. «Wir werden die Entwicklung an der südöstlichen Grenze der Nato sehr genau verfolgen.»

Derzeit unterstützt die Nato die Sicherheit der Türkei mit der Stationierung von «Patriot»-Flugabwehrsystemen an der türkischen Grenze zu Syrien. Der Einsatz dort dauert an, auch deutsche Soldaten sind vor Ort.