Storcks und Möllers Zukunft bei EM-Teilnehmer Ungarn offen

«Europa, wir kommen!», titelte die Budapester Sportzeitung «Mezeti Sport» nach Ungarns Playoff-Erfolg gegen Norwegen. Die erste EM-Teilnahme nach 44 Jahren ist fix.

Ob das deutsche Erfolgstrio Bernd Storck, Andreas Möller und Holger Gehrke in Frankreich auch auf der Bank sitzt, ist dagegen noch offen. «Einen Job habe ich. Als Sportdirektor auf jeden Fall. Ob ich fortsetzen werde, was ich als Nationaltrainer begonnen habe, kann ich jetzt noch nicht sagen», sagte Storck nach dem 2:1 (1:0) im Rückspiel gegen enttäuschte Norweger.

Auch Möllers Zukunft beim ungarischen Verband ist offen. «Das Arrangement war bei mir wirklich nur bis hierher», sagte der Welt- und Europameister im TV-Sender RTLNITRO. «Aber eins ist ganz klar, eine Europameisterschaft als Trainer mitzumachen, ist natürlich schon etwas Besonderes.» Er wolle den Erfolg «erst mal in Ruhe sacken lassen», erklärte der 48-Jährige. «Natürlich hat es sehr viel Spaß gemacht, aber da werden wir jetzt erst mal die nächsten Tage ein bisschen drüber schlafen und dann werden wir schauen, wie es weitergeht.»

Cheftrainer Storck, in Personalunion auch Sportdirektor der Magyaren, kann sich die weitere Zusammenarbeit mit seinem früheren Dortmunder Teamkollegen Möller vorstellen. «Die Truppe ist klasse. Wir haben sie gut vorbereitet. Schauen wir mal», sagte der frühere Bundesliga-Profi nach dem Abpfiff eines emotionalen Spiels in Budapest. Das letzte Wort habe Ungarns Verbandspräsident Sándor Csányi.

Storck, seit März Ungarns Sportdirektor, hatte das Team im Sommer von Pal Dardai übernommen. Dardai sollte nicht gleichzeitig Hertha BSC in der Bundesliga und die Nationalelf trainieren. Die Verpflichtung von Möller war vor wenigen Wochen eine große Überraschung. Im Stab arbeitet zudem Holger Gehrke als Torwarttrainer.

Gemeinsam erreichten sie nun mit Ungarn die erste Qualifikation für ein großes Turnier seit 1986, als die Auswahl es zur WM nach Mexiko schaffte. 1972 war Ungarn zuletzt bei einer EM vertreten. «Der Verband hat so viele Jahre finanziell so viel investiert, aber es kam nie etwas raus», sagte Storck.

Nach dem 1:0 im Hinspiel brachte Tamás Priskin sein Team am Sonntagabend mit seinem Führungstor schon in der 14. Minute dicht an das EM-Ticket. Mit einem Eigentor in der 83. Minute besiegelte Markus Henriksen das Aus der Norweger. Der Treffer des Pechvogels zum 1:2-Endstand in der 87. Minute kam zu spät. «Die Mannschaft hat sich das verdient. Wir wussten, dass die Norweger spielerisch besser sind», sagte Möller.

Dass die spielerische Überlegenheit nicht zu Norwegens erster EM-Teilnahme seit 2000 reichte, löste viel Kritik aus. Norwegens Coach Per Mathias Høgmo wurde von den TV-Experten infrage gestellt. «Wir sind gescheitert und das beweist nur, dass wir nicht gut genug sind», sagte Ingolstadts Torhüter Ørjan Håskjold Nyland. Pål André Helland fügte hinzu: «Wir wirken zurzeit wie eine Juniormannschaft.»