Strafbefehl nach Rettungsfahrt gegen Notarzt aufgehoben

Ein bayerischer Notarzt, der nach einer Einsatzfahrt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt worden war, muss nicht vor Gericht. Der Strafbefehl wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurde aufgehoben, teilte der Anwalt des Mannes, Florian Englert, mit.

Strafbefehl nach Rettungsfahrt gegen Notarzt aufgehoben
Stephan Jansen Strafbefehl nach Rettungsfahrt gegen Notarzt aufgehoben

Der Notarzt sollte sich demnächst vor Gericht verantworten, weil er auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz mehrere Autos überholt hatte und dafür angezeigt worden war. «Die nochmalige Überprüfung des Vorganges durch die Generalstaatsanwaltschaft München hat ergeben, dass der von der Polizeiinspektion Neuburg a.d. Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt», hieß es in einer Stellungnahme der Behörde. Zu der Entscheidung habe maßgeblich die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt beigetragen, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht einging. Ein strafbarer Vorwurf lasse sich nicht aufrechterhalten.

Der Notarzt war mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einem zweijährigen Mädchen, das Schnellkleber verschluckt hatte und zu ersticken drohte. Auf der Fahrt überholte der Notarzt mehrere Autos. Nach einer Anzeige bekam er dafür einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung. Dagegen hatte er sich zur Wehr gesetzt. Im Internet hatten sich zudem mehr als 200 000 Unterzeichner einer Online-Petition für den Notarzt stark gemacht.