Streit um Homo-Ehe: Radikale US-Standesbeamtin kommt frei

Die radikale US-Standesbeamtin, die einem schwulen Paar wiederholt die Eheschließung verweigert hat, darf nach knapp einer Woche hinter Gittern das Gefängnis verlassen. Die strenggläubige Christin Kim Davis komme unter Auflagen frei.

Über die Freilassung entschied der Richter im Bundesstaat Kentucky am Dienstag nach Angaben der Zeitung «Courier-Journal». Die Beamtin dürfe ihre Mitarbeiter auf dem Amt nicht daran hindern, die Ehe-Dokumente an gleichgeschlechtliche Paare auszugeben.

Die Stellvertreter hatten damit kurz nach Davis' Inhaftierung am Donnerstag begonnen. Damit erfülle das Amt im Bezirk Rowan County seine Pflichten, begründete der Richter seine Entscheidung.

Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen, weil sich Davis mit ihrer Weigerung gegen das Oberste Gericht stellt. Der Supreme Court hatte im Juni gleichgeschlechtliche Ehen überall im Land für zulässig erklärt. Auch in einigen anderen Bundesstaaten widersetzen sich Standesbeamte den Vorgaben und berufen sich dabei auf ihren Glauben.

Mehrere republikanische Präsidentschaftsbewerber verteidigen die widerspenstige Standesbeamtin. «Es ist absurd, jemanden ins Gefängnis zu stecken, nur weil er vom Recht der Religionsfreiheit Gebrauch macht», sagte der Senator von Kentucky, Rand Paul, in der Vorwoche. Die Mitbewerber Ted Cruz und Mike Huckabee kündigten an, Davis in Kentucky besuchen zu wollen.