Streitgespräch zwischen Zentralrat der Muslime und AfD

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich zu einem Streitgespräch mit der islamkritischen AfD getroffen. An dem Treffen in einem Berliner Hotel nahmen heute unter anderem der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek und Parteichefin Frauke Petry teil.

Streitgespräch zwischen Zentralrat der Muslime und AfD
Oliver Berg Streitgespräch zwischen Zentralrat der Muslime und AfD

Nach einem höflichen Händeschütteln begann das Gespräch über islamische Glaubensinhalte und die Rechte der Muslime in Deutschland hinter verschlossenen Türen. 

Die Alternative für Deutschland hatte Anfang Mai ein Parteiprogramm verabschiedet, in dem es heißt, «der Islam gehört nicht zu Deutschland». Daraufhin erklärte der ZMD-Vorsitzende, zum ersten Mal seit dem Ende der Nazi-Herrschaft gebe es in Deutschland eine Partei, «die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht». 

Mazyek wurde von zwei weiteren Vorstandsmitgliedern des Verbandes begleitet. Mit Petry ging der Vorsitzende der niedersächsischen AfD, Paul Hampel, in das Gespräch. Parteivize Albrecht Glaser verspätete sich. AfD-Vorstandsmitglied Alice Weidel hatte ihre ursprünglich geplante Teilnahme kurzfristig abgesagt. Sie nannte Mazyeks Gesprächsangebot «scheinheilig» und warf ihm vor, er versuche, die deutschen Muslime «in eine vermeintliche Opferrolle zu bringen, was die Gesamtlage verzerrt».