Sturm erreicht Höhepunkt am Nachmittag

Norddeutschland erwartet für den Nachmittag die volle Wucht des Orkantiefs «Xaver». Am Vormittag lag das Tief - womöglich einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten in Deutschland - noch bei den Shetland-Inseln im Nordatlantik nahe Schottland, wie es vom Deutschen Wetterdienst hieß.

Sturm erreicht Höhepunkt am Nachmittag
Maja Hitij Sturm erreicht Höhepunkt am Nachmittag

Das Hauptwindfeld mit Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern werde bis zum Abend und auch in der Nacht über den Norden hinwegziehen. Bis zu einer ungefähren Linie Münster-Hannover-Berlin musste mit orkanartigen Böen gerechnet werden. Eineinhalb Tage soll «Xaver» toben - und damit länger als «Christian», der im Oktober viel Chaos verursacht hatte.

Zunächst brachte «Xaver» in Schottland Probleme. Etwa 20 000 Haushalte waren am Morgen nach heftigem Wind ohne Strom. Straßen und Brücken waren gesperrt, Züge fielen aus. Die Küstenwachen in Schottland, England und Wales warnten vor Überflutungen.

Schon vor seinem Eintreffen in Deutschland wirbelte «Xaver» den Alltag durcheinander. Bürger waren aufgefordert, während des Orkans im Haus zu bleiben. Wälder sollten auch nach dem Sturm zunächst gemieden werden.

Heute fällt in Niedersachsen, Hamburg und an der Westküste Schleswig-Holsteins an vielen Schulen der Unterricht aus. Inselfähren stellten ihren Betrieb ein, am Hamburger Flughafen wurden zunächst mehr als 20 Flüge abgesagt.

Auch die Bahn geht von Ausfällen aus. In Hamburg wurden U-Bahnen verlängert und mehr Busse eingesetzt, um zusätzliche Pendler mitnehmen zu können. Weihnachtsmärkte in Hamburg, Kiel und Lübeck sollen geschlossen bleiben. In Schleswig-Holstein und Hamburg stehen die Feuerwehren auf Abruf bereit.

An Nordseeküste und in Hamburg sollen wegen «Xaver» aller Voraussicht nach mehrere Sturmfluten auflaufen. Am frühen Nachmittag erwartete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Nordfriesland die erste Sturmflut. In Hamburg könnte es eine Serie von drei oder sogar vier Sturmfluten geben, wie das Bundesamt erklärte. Die höchsten Wasserstände wurden Freitagfrüh gegen 6.00 Uhr erwartet. Die Hamburger Innenbehörde rechnete damit, dass in der Speicherstadt, im Hafen und am Fischmarkt Straßen überflutet werden könnten.