Stuttgart und Hertha wollen mit Sieg in Länderspielpause

Punktgleich im Tabellenkeller geht es für Hertha BSC und den VfB Stuttgart im direkten Duell am Freitag um drei wichtige Zähler - und die Gelegenheit, ohne zusätzlichen Ärger durchschnaufen zu können.

Stuttgart und Hertha wollen mit Sieg in Länderspielpause
Sebastian Kahnert Stuttgart und Hertha wollen mit Sieg in Länderspielpause

«Sie können mir glauben, dass es viel, viel schöner ist, in eine Länderspielpause zu gehen, und du hast ein Spiel gewonnen. Das ist viel, viel schöner», betonte VfB-Trainer Armin Veh. «Dann hast du ein paar Tage Ruhe.» Dass auch sein Kollege Jos Luhukay keine schönen Wochen hinter sich hat, das weiß Veh. «Natürlich hat Hertha auch andere Ansprüche als in sechs Spielen fünf Punkte zu holen. Da geht es ihnen ähnlich wie uns.»

Jeweils einen Sieg haben beide Clubs in der Fußball-Bundesliga erreicht. Unter Flutlicht im Olympiastadion soll Erfolg Nummer zwei den Vorsprung auf die Abstiegsränge vergrößern. Hertha-Manager Michael Preetz hat deswegen von den Spielern des Tabellen-14. die Rückkehr zu den Tugenden der Vorsaison gefordert. «In der Lauf- und Einsatzbereitschaft müssen wir deutlich zulegen», betonte Preetz. Die Zweikampf- und Laufwerte der Hertha und einzelner Spieler hinken denen aus der vergangenen Spielzeit weit hinterher, als der damalige Aufsteiger mit dem Abstiegskampf nie etwas zu tun hatte.

Stuttgart dagegen kennt die Atmosphäre im Bundesliga-Keller noch allzu gut. Sorgen bereiten Veh weniger die Lauf- und Zweikampfwerte seiner Mannschaft, mit denen er zufrieden ist, sondern die fehlende Torgefahr. «Ich finde schon, dass wir ganz gut kombinieren. Was uns immer noch fehlt, ist im letzten Drittel», analysierte Veh. «Wir müssen noch torgefährlicher werden. Nach hinten stehen wir ordentlich.» Ausgerechnet eine seiner wichtigsten Offensivkräfte kommt ihm in Berlin wohl abhanden. Daniel Didavi hat eine Zerrung im Oberschenkel. «Aller Voraussicht nach wird er nicht spielen können.»

Wie der wahrscheinliche Ausfall kompensiert werden soll, wollte Veh nicht preisgeben. «Ich habe der Mannschaft die Aufstellung auch noch nicht verraten. Wir trainieren auch nicht so, dass man genau weiß, wer kommt», berichtete der 53-Jährige. Zumindest ein paar Optionen nannte er dann aber doch. Denkbar sei, dass man mit Filip Kostic mehr über die Außen komme. Oder, dass Timo Werner als hängende Spitze hinter Vedad Ibisevic seine Schnelligkeit ausspielen soll. Auch Alexandru Maxim sei immer eine Möglichkeit. Vom Rumänen will Veh allerdings deutlich mehr Engagement im Kampf um den Ball sehen. «Es ist mir zu leicht, wenn man nur mit Ball was macht.»

Dass die Stuttgarter ihn möglichst selten haben, darauf legt Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger viel Wert. «Wir haben gegen Wolfsburg gezeigt, dass wenn wir die Initiative ergreifen und vielleicht wieder ein hohes Pressing ansetzen, um den Gegner zu verunsichern und zu Ballverlusten zu zwingen, eine gute Chance haben, gegen Stuttgart zu gewinnen», erklärte er. «Wichtig ist, dass wir mal eine kleine Serie starten und nicht nach einem Sieg gleich wieder verlieren - wir müssten mal zwei, drei Spiele am Stück gewinnen, oder mal sieben Punkte aus drei Spielen holen», betonte der Schweizer.

Seinen Teil dazu beitragen will auch Julian Schieber im Duell mit seinem Ex-Club. Auch wenn das nichts Spezielles sei. «Das Spiel ist für mich nicht ein besonderes, weil es gegen meinen alten Club geht», sagte Schieber der «Stuttgarter Zeitung». Besonders sei die Partie, «weil bei uns wirklich viel auf dem Spiel steht». Das gilt aber auch für die Gäste aus Stuttgart.